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Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 14:35 Uhr

Ladendiebstahl : Langfinger in Sylter Läden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Zahl der Ladendiebstähle auf Sylt geht zurück. Geschäftsleute erzählen von ihren Erfahrungen mit Ladendieben.

von
erstellt am 09.Mär.2015 | 05:12 Uhr

Die gute Nachricht vorweg: In den beiden vergangenen Jahren ist die Zahlen der angezeigten Ladendiebstähle auf Sylt zurückgegangen. Während zwischen 2010 und 2012 zwischen 89 und 105 Taten bei der Polizei gemeldet wurden, sank die Zahl auf rund 60 Diebstähle in den vergangenen beiden Jahren. In ganz Deutschland zählten die Beamte für 2013 338  761 angezeigte Ladendiebstähle, auch hier ist ein rückläufiger Trend zu verzeichnen.

Einen leichten Rückgang der Diebstähle kann auch Rolf Klaumann von der Badebuchhandlung in der Westerländer Wilhelmstraße bestätigen, fügt aber hinzu: „Allerdings schätze ich, dass der Wert der gestohlenen Bücher immer noch im oberen vierstelligen Bereich liegt.“ Die Diebe hätten es, so Klaumann, besonders auf neue Bücher abgesehen: „Wir konnten beobachten, dass selten nur ein einziges Buch geklaut wird. Meistens sind es gleich vier oder fünf von den Neuerscheinungen, die man gut im Internet wiederverkaufen kann.“

Insbesondere in der Hauptsaison, wenn es sehr voll ist, verzeichnet Klaumann die meisten Diebstähle. Auf frischer Tat hat er allerdings noch keinen Dieb erwischt. „Einmal hat ein Lehrer freundlicherweise einen Stapel Ansichtskarten zurückgebracht, die ein Schüler aus einem Kartenständer vor der Tür mitgenommen hatte“, erzählt Klaumann und schlägt ein Experiment vor: Einen Tag solle ein „offizieller Dieb“ in Absprache mit der Polizei durch die Geschäfte der Innenstadt gehen und verschiedene Dinge klauen. „So könnte man mal einen Eindruck gewinnen, wie leicht oder schwer es ist, in unseren Geschäften zu stehlen.“

Robert Wegst, Besitzer vom Haus der Geschenke in Westerland hat, wie Klaumann, bisher noch keinen Dieb dingfest machen können. „Ab und zu haben wir Trickdiebe im Laden“, sagt er, viele seiner Waren seien zwar elektronisch gesichert, aber wenn die Diebe organisiert sind, dann bekämen sie auch, was sie wollen. „Man kann den Schwund schwer verhindern, denn ein Sicherheitsbetrieb, in dem alles weggeschlossen ist, wollen wir auch nicht werden“, so Wegst.

Sylvia und Ingo Dehn haben in ihrem Edeka-Markt in Hörnum vor einigen Jahren Kameras installiert und schon am Eingang werden potenzielle Ladendiebe vor dem Sicherheitssystem gewarnt. „Seitdem wird zwar immer noch viel geklaut, aber wir erwischen die Leute öfter“, sagt Sylvia Dehn, die das Geschäft mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen betreibt, „vor allem meine Jungs haben ein Gefühl dafür, wer etwas mitnehmen möchte. Der wird dann natürlich ganz besonders im Auge behalten.“

Erschreckt hat sie, dass auch langjährige Stammkundschaft nicht vor einem Diebstahl zurückschreckt: „Das waren teilweise Kunden, von denen wir das niemals gedacht hätten.“ Zu den beliebtesten Waren, die die Langfinger einstecken, zählen Batterien, Rasierer, Schnaps und teure Schokolade, Kinder nehmen auch gerne Kaugummi und Spielsachen mit.

Wenn sie einen Dieb auf frischer Tat ertappen, sind sie in der Regel sehr streng: „Wir rufen dann die Polizei. Wir dürfen den Dieb ja auch nicht durchsuchen und wenn er nicht freiwillig seine Taschen leert, haben wir die Beweise für die Polizei auf CD.“ Außerdem bekommt der Täter Hausverbot, je nach Schwere der Tat bis zu einem Jahr.

Dass beileibe nicht nur Urlauber auf Sylt zu Langfingern werden, weiß man auch bei der Sylter Polizei. Saisonbedingt nimmt die Zahl der Diebstähle im Sommer allerdings zu.

Einen Schwerpunkt, an dem besonders oft etwas mitgehen gelassen wird, kann die Polizei nicht festmachen – es wird also überall dort geklaut, wo es Geschäfte gibt, von Hörnum bis nach List. Positiv auf die Zahl der Diebstähle wirke sich aus, wenn Geschäfte wie bei Dehns mit Kamerasystemen ausgestattet sind oder wenn ein Ladendetektiv vor Ort ist. Hilfreich ist auch die Tatsache, dass sich die Sylter Geschäftsleute über Facebook oder das Telefon gegenseitig warnen, wenn sie das Gefühl haben, gerade seien verdächtige Personen unterwegs. Auch Nicole Rose hat zum Telefon gegriffen und andere Geschäftsleute informiert, als in ihrem Bekleidungsgeschäft in Wenningstedt ein Pärchen gleich einen ganzen Stapel nicht ganz günstiger Pullover mitgehen ließ. Der Vorfall ist zwei Jahre her, das Verfahren bei der Polizei wurde irgendwann ergebnislos eingestellt. In den 23 Jahren, die sie das Modegeschäft betreibt, war der Pulli-Klau der größte Diebstahl den sie erlebt hat. Sie hofft, dass es bei diesem Einzelfall bleiben wird.

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