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Neue Wohnungen in Kampen : Langer Christian sucht Nachbarn

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach der Fertigstellung des ehemaligen Kindergartens plant die Gemeinde ein größeres Wohnungsbauprojekt für Sylter Dauerwohner

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 04:33 Uhr

Kaum sind die neuen Bewohner in den ehemaligen Kindergarten eingezogen, plant Kampen auch schon den nächsten Neubau für Sylter Dauerwohner. Am südlichen Ortseingang soll gebaut werden, auf einem gemeindeeigenen Grundstück südlich Esling Wung. Der Grundsatzbeschluss fiel jetzt in der Gemeindevertretersitzung, doch bis zur Fertigstellung ist noch ein weiter Weg.

In allen fünf Inselgemeinden entstehen derzeit neue Wohnungen für Sylter – ein Ergebnis des insularen Wohnraumentwicklungskonzepts, dem sich die Dörfer 2009 verpflichtet haben. Darin steht, dass bis 2025 inselweit rund 2850 Wohnungen fehlen, um auch nur den Status quo zu erhalten – eine Folge der wachsenden touristischen Nutzung. Die kleinste Inselgemeinde Kampen will bis zum Jahr 2025 62 zusätzliche Wohneinheiten schaffen. Durch die Wohnungen im ehemaligen Kindergarten konnten acht zusätzliche Einheiten angeboten werden – bleiben also noch 54 Wohnungen, die in den nächsten acht Jahren hochgezogen werden müssen.

Doch das ist leichter gesagt als getan. Die meisten Flächen, die das Konzept für Kampen ermittelt hat, kämen für den Wohnungsbau gar nicht in Frage, weil sie zu klein sind und privaten Eigentümern gehören, erklärt Bürgermeisterin Stefanie Böhm. Die Gemeinde hätte vor acht Jahren gern Liegenschaften von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft, doch die waren mit nach Bodenrichtwerten kalkulierten 3000 Euro pro Quadratmeter viel zu teuer. Selbst 1000 Euro hätte sich die Gemeinde nicht leisten können, ärgerte sich Stefanie Böhm über die fehlende Unterstützung der Bundesbehörden. „Jetzt ist das Gelände Brachland – da hat auch der Bund nichts davon.“

Bleiben also nur die Grundstücke, die der Gemeinde gehören – und da kämen lediglich Parzellen im östlichen Bereich des Avenarius-Parks sowie südlich Esling Wung in Frage.

Das Teilstück am Avenarius-Park würde sich dank seiner innerörtlichen Lage zwar anbieten, reicht aber nicht aus für 54 Wohnungen. Außerdem möchten die Gemeindevertreter den Park in Gänze erhalten. Er gilt damit als Potenzialfläche, falls nach der Umsetzung von „KA11“ aus dem Konzept noch weitere Wohnungen nachgefragt werden.

„KA11“ – das ist die Fläche südlich Esling Wung, rechts neben dem Ortsschild am Wenningstedter Weg. Bevor auch nur ein Bagger anrücken darf, muss die Bauleitplanung für dieses Grundstück im Außenbereich geändert werden. Die Fläche befindet sich außerhalb der Baugebietsgrenzen – also muss auch der Regionalplan in einem Zielabweichungsverfahren geändert werden.

Aber es gibt noch weitere Hürden, die für die Gemeinde zu nehmen sind, zum Beispiel die archäologischen Denkmäler südlich des Grundstücks und die ökologischen Aspekte. Für das Öko-Konto müsste Kampen eine Ersatzfläche nachweisen. Doch das alles wäre machbar, glaubt die Bürgermeisterin, weil die Schaffung von Wohnraums von „öffentlichem Belang“ ist. Aber wie viele Wohnungen am südlichen Ortseingang entstehen, ob sie vermietet oder auf Erbpachtbasis verkauft werden – das steht alles noch in den Sternen.

Die Neu-Kampener Bewohner im ehemaligen Kindergarten sind da schon viel weiter. Die Kindertagesstätte war im Sommer 2015 mangels Nachfrage geschlossen worden, das Gebäude in drei Bauabschnitten umgebaut und erweitert worden. Das U-förmige Reetdachhaus vereint insgesamt zwölf Wohnungen zwischen 46 und 120 Quadratmetern und drei Personalzimmer. Die letzten Mieter sind zum 1. März 2017 eingezogen. Die Nachfrage war groß, bei der Vergabe wurden Interessenten mit kleinen Kindern bevorzugt. Die gesamte Wohnfläche beträgt 1137 Quadratmeter, die Baukosten belaufen sich auf etwa 3,5 Millionen Euro, die Kaltmiete auf rund zwölf Euro pro Quadratmeter. Ein günstiger Preis für das Wohnen unter Reet in einer Nachbarschaft, in der sonst halbe Häuser für Millionenbeträge den Eigentümer wechseln.

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