Betreuungsangebot 2011 : Lange Wartelisten trotz neuer Krippenplätze

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18. Februar 2011, 09:20 Uhr

Sylt | "Hier wird bald euer neuer Gruppenraum sein", erkärt Elke Frese, Leiterin des Keitumer Kindergartens. Zehn Kinder zwischen drei und sechs Jahren wuseln währenddessen an ihr vorbei und bestaunen mit großen Augen die Baustelle in "ihrem" Gebäude. Der erste Abschnitt der Umbauarbeiten an der ehemaligen Grundschule ist in vollem Gange. Wenn alles klappt, können die insgesamt 20 Kindergartenkinder im Mai die neuen Räume beziehen. Derzeit ist die Gruppe im anderen Teil des Gebäudes untergebracht. Dieser soll im zweiten Bauabschnitt für die "Nesthocker" hergerichtet werden. Die Gruppe der zehn Ein- bis Dreijährigen wurde bereits im September ins Leben gerufen und ist seitdem vorübergehend in Archsum untergebracht.

Auch in anderen Gemeinden besteht eine "ungeheure Nachfrage" für die Betreuung der Kleinsten, so Heinke Tadsen, Leiterin der Westerländer Kindertagesstätte Alte Realschule. Seit Januar werden dort 30 (statt wie vorher 20) Krippenplätze angeboten. In Wenningstedt werden mit der Einrichtung des Bauernhofkindergartens zehn neue Plätze geschaffen und auch in Morsum sollen fünf Kinder durch den Umbau der Grundschule zum Primarhaus ab dem neuen Schuljahr einen Krippenplatz bekommen.

Das Problem: Alle Plätze sind bereits belegt. Überbelegt sogar. Allein in Westerland stehen 35 Kinder auf der Warteliste, in Wenningstedt sind bereits vor der Fertigstellung 24 Anmeldungen eingegangen, so Leiterin Karin Artschwager. "Die Nachfrage ist größer als das Angebot."

Statt nur einer gleich zwei Gruppen im Bauernhofkindergarten anzubieten, steht jedoch nicht an: "Die Baumaßnahmen wurden aber vorausschauend geplant, so dass eine Erweiterung in der Zukunft möglich wäre", ergänzt Bürgermeisterin Katrin Fifeik.

Ähnlich das Bild in List: Für die im Frühjahr öffnende Krippengruppe liegen bereits elf Anmeldungen mehr vor, als Plätze vorgesehen sind. Leiterin Gaby Winkler: "Für eine zweite Gruppe haben wir keinen Platz, dafür müsste angebaut werden."

Die momentane Lage scheint weitere Krippenplätze zu fordern. "Ein bis zwei zusätzliche Gruppen könnte man durchaus füllen", so die Einschätzung von Tadsen. "Da ist die Politik gefragt." Bis dahin empfiehlt sie Eltern, die keine Betreuung für ihre Kinder haben, sich an die Tagespflege, also an Tagesmütter, die Kinder aufnehmen, zu wenden.

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