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Brand der Strandkorbhalle in Wenningstedt : Lange Nacht der Ungewissheit

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Keine neuen Erkenntnisse zur Ursache / Aufräumarbeiten gehen weiter / Camper fühlten sich schlecht informiert

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 10:45 Uhr

Zwei Tage nach dem Brand der Strandkorbhalle in der Nacht zu Sonnabend (wir berichteten) gingen die Aufräumarbeiten rund um die Unglücksstelle weiter. Auch Brand-Experten der Kriminalpolizei setzten gestern ihre Suche nach der Ursache des Großfeuers fort, allerdings noch immer ohne Ergebnis. „Es gibt noch keinerlei neue Erkenntnisse“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Flensburg. Auf dem Campingplatz unmittelbar neben der abgebrannten Halle ist die „Alptraumnacht“ nach wie vor das Gesprächsthema Nummer Eins. Die Sylter Rundschau hat mit Inselurlaubern gesprochen, die ganz nah am Geschehen ihr Wohnmobil stehen hatten.

Eigentlich war es ein ganz normaler, gemütlicher Abend für Anne Berlinski und ihren Mann Manfred, die in ihrem Wohnmobil auf dem Wenningstedter Campingplatz noch Fernsehen schauten. Doch der vergangene Freitag, 10. Oktober, sollte kein gewöhnlicher Abend bleiben. Gegen 22.45 Uhr hörte das Paar auf einmal einen Knall und der Fernseher ging für einen kurzen Augenblick aus. Zudem lag der Geruch von verbranntem Plastik in der Luft. Anne Berlinski war sofort alarmiert. „Zuerst dachte ich, unser Wagen brennt. Wir wussten zwar, dass es ein Feuer gab, aber nicht, woher es kam“, erzählt die 62-Jährige. „Als ich aus dem Wagen kam, war da schon überall dieser Rauch.“

Anne Berlinski verständigte direkt die Feuerwehr, die zu diesem Zeitpunkt allerdings schon auf dem Weg war. Nun wurde auch klar, dass das Feuer aus der Strandkorbhalle neben dem Campingplatz kam. Berlinskis Wagen befand sich direkt am Eingang des Campingplatzes und war somit das Fahrzeug, das am nächsten an der brennenden Strandkorbhalle stand. Anne Berlinski sorgte dafür, dass alle Campinggäste in ihrer Nähe ihre Fahrzeuge verlassen, sich gegenseitig wecken und in Sicherheit bringen konnten. „Der Rauch wurde immer stärker und wir bekamen keine klare Ansage, wussten nicht, wie wir uns verhalten sollten“, schildert sie die Situation.Die erste und fast einzige Nachricht, die die Campinggäste erhielten, war, dass sie sich alle auf der Terrasse des Restaurants versammeln sollten. Der Eintritt ins Lokal sei ihnen dann allerdings verwährt worden: „Die Kellnerin ließ uns mit der Erklärung, sie habe schon abgerechnet und jetzt geschlossen, draußen stehen.“ Einige Urlauber hätten nur ihre Schlafanzüge angehabt und so in der Kälte warten müssen. Nach längerem Warten beschlossen die Camper, ihre Wohnmobile in Sicherheit zu bringen und fuhren sie auf die andere Seite des Campingplatzes, möglichst weit weg vom Feuer.

Direkt neben Anne Berlinskis Wagen stand ein Zelt, in dem am selben Abend noch der Kabarettist Manfred Degen einen Auftritt hatte. Er ließ einen Teil seines Equipments dort, um es am nächsten Tag zu holen. Die Berlinskis sind seit fast 20 Jahren jährlich mindestens einmal auf der Insel und kennen ihn daher persönlich. „Die Feuerwehr war sich erst nicht sicher, ob sie das Zelt retten könnten. Also rief ich Manfred an. Er bat mich darum, wenigstens seine Elektroanlagen in Sicherheit zu bringen“, erzählt Anne Berlinski. Glücklicherweise drehte dann der Wind, so dass der Rauch in die andere Richtung getrieben und weder das Zelt noch die Camper weiter gefährdet wurden.

Laut Angabe der Gäste warteten sie vergeblich auf Informationen und Anweisungen. Anne Berlinski ging nach einer Weile selbst zu den Kameraden, um Genaueres in Erfahrung zu bringen. „Man sagte mir, wir sollten die giftige Rauchwolke im Auge behalten und uns in Sicherheit bringen, falls sie in unsere Richtung zieht“, erinnert sie sich. Dies war nicht der Fall.

Bis zwei Uhr nachts warteten die Campingplatz-Bewohner in der Kälte. Dann war das Feuer endlich gelöscht und sie konnten zurück in ihre Wagen.

Der nächste Morgen begann für die Camper mit einer gemeinschaftlichen Putzaktion, da ihre Wohnmobile mit Staub und Asche bedeckt waren. Zum Glück gab es außer der Verschmutzung keine weiteren Schäden. Alle Fahrzeuge konnten auch wieder auf ihre alten Plätze gestellt werden.

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