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Medical Spa auf ehemaligem Sylter Militärgelände : Lang ersehntes Projekt nimmt Gestalt an

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach dem Lister Markt bekommt der Inselnorden mit dem Lanserhof ein weiteres Leuchtturmprojekt

Es ist ein gigantisches Projekt: Gestern Nachmittag stellten Dr. Christian Harisch, Geschäftsführer der Lanserhof GmbH, und Architekt Christoph Ingenhoven den Lister Bürgern und Gemeindevertretern die Pläne und ersten Visualisierungen für das geplante Medical Spa auf dem Gelände des ehemaligen Lister Offiziersheims vor. Für schätzungsweise 100 Millionen Euro Investitionsvolumen soll im Norden der Insel eine ganz besondere „Gesundheitsklinik“ mit 67 Zimmern entstehen. Der Eröffnungstermin ist voraussichtlich im Jahr 2019.

Der Weg dorthin ist lang: Im November 2014 hatte sich die Lanserhof GmbH bei einem Bieterverfahren durchgesetzt und das Offiziersheim-Gelände am Lister Wattenmeer von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft – Gerüchten zufolge für 17 Millionen Euro (wir berichteten). Was folgte waren etliche Gespräche um den Plan, ein Medical Spa zu errichten – wie es auch schon am Tegernsee, in Lans in Tirol und in Hamburg existiert – in die Tat umzusetzen. „In den vergangenen Monaten haben wir mit verschiedenen Behörden gesprochen, darunter dem Denkmalschutz, dem Küstenschutz und der Naturschutzbehörde“, erklärt Nils Behrens, Sprecher der Lanserhof GmbH. „Natürlich haben wir uns auch mit der Gemeinde ausgetauscht, auch was den städtebaulichen Vertrag betrifft. Auf dieser Basis haben wir schließlich die aktuellen Pläne erstellt.“ Eigentlich wollte das Unternehmen bereits im Jahr 2018 öffnen, allerdings hat „das Abstimmungsprozedere länger gedauert, als wir erwartet haben“, so Behrens.

Die Pläne versprechen den Gästen einen wahrhaft luxuriösen Aufenthalt (siehe Fotos). Das ehemalige Offiziersheim soll umgebaut, aber als Mittelpunkt des ganzen Lanserhof-Ensembles stehenbleiben, erklärt Behrens. Zusätzlich soll auf dem Gelände das eigentliche Hauptgebäude errichtet werden, in dem die medizinische Versorgung für die Gäste untergebracht ist. „Gerade dem Denkmalschutz war es aber sehr wichtig, dass insgesamt das Ensemble mit den drei sogenannten Strandhäusern „Ems“, „Weser“ und „Elbe“ gewahrt wird. Weil diese jedoch schon sehr marode sind, werden wir sie komplett abreißen und als gleiches Ensemble wieder aufbauen“, erläutert Behrens die Pläne.

Zu den drei Strandhäusern soll ein viertes hinzukommen, das der ambulanten medizinischen Versorgung dienen wird. „Unsere Idee ist es, dass der Lanserhof nicht ausschließlich die medizinische Versorgung seiner Gäste anbietet, sondern auch gewisse Leistungen für die Insulaner“, sagt Behrens. Geplant sei unter anderem ein Gerät zur Magnetresonanztomografie (MRT), das allerdings noch genehmigt werden muss. „Ein MRT ist unser erklärtes Ziel, denn die Medizin der Zukunft, die wir auch repräsentieren wollen, kommt nicht ohne MRT aus.“

Doch wie sieht diese „Medizin der Zukunft“ aus? Mit dem Sylter Kardiologen Jan Stritzke, der bis 2015 an der Asklepios Nordseeklinik beschäftigt war, steht jetzt schon der ärztliche Direktor der geplanten Klinik fest. Bis das Medical Spa in List fertig ist, arbeitet er im Lanserhof am Tegernsee und wird in einem speziellen Programm der GmbH geschult. „Unser Chefarzt ist von der Ausrichtung Kardiologe – und der Standort List wird dadurch natürlich einen großen kardiologischen Schwerpunkt haben“, berichtet Behrens. Daneben sei das Herzstück des ganzen Konzepts die sogenannte Mayr-Medizin. „Es handelt sich dabei um eine Art Fasten-Entschlackungs-Kur zur Darmsanierung. Die Gäste bekommen aber etwas zu essen. Es geht vielmehr darum, ihnen das bewusste Kauen beizubringen, auf ihren körpereigenen Sättigungimpuls zu hören und bewusster zu essen.“ Die Lanserhof GmbH habe eine eigene Lebensmittelphilopsophie, die sogenannte Energy-Cuisine, „die sich stark auf Lebensmittel konzentriert, die mehr Energie geben als rauben“,so Behrens. Eigentlich sei das Ziel eines Aufenthalts die „Anleitung zur Selbstachtsamkeit“, so Behrens. „Die Gäste sollen nicht nur zehn Tage auf Sylt ein gesünderes Leben führen, sondern das auch mit nach Hause nehmen. Viele sprechen sogar von einem Life-Changer, das sie dazu brachte, ihr Leben umzustellen“.

Der Aufenthalt in dem Medical Spa beträgt mindestens eine Woche, „wir empfehlen aber zwei Wochen“, sagt Behrens. Und das kostet: „Natürlich stehen die Preise für Sylt noch nicht endgültig fest, aber man muss sicherlich mit 3500 Euro pro Woche rechnen.“

Um das alles auch anbieten zu können, sucht das Unternehmen bereits aktiv nach Mitarbeitern. „Dr. Stritzke ist auf der Insel zum Glück vernetzt“, freut sich Nils Behrens. „Er kann uns da helfen. Aber insgesamt benötigen wir etwa 130 bis 140 Mitarbeiter. Für die sind wir derzeit auch auf der Suche nach Wohnraum“.

Die Reaktionen der Lister Bürger und die Entscheidung der Gemeindevertreter erfolgte nach Redaktionsschluss. „Wir hoffen natürlich darauf, dass wir die Genehmigung und den Rückhalt seitens der Gemeinde bekommen, sodass wir baldmöglichst den Bauantrag stellen können“, sagt Behrens. Ob die Gemeinde in ihrer Sitzung dem ganzen Projekt das „Okay“ gegeben hat, lesen Sie morgen in der Sylter Rundschau und heute Nachmittag auf www.sylter-rundschau.de.

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erstellt am 16.Dez.2016 | 11:49 Uhr

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