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Schulpolitik : Land und Kreis: Morsumer Schule "wird sich nur kurzfristig halten"

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Eltern und Politiker wollen in Morsum eine Offene Ganztagsschule einrichten. Land und Kreis verweigern wegen zu geringer Schülerzahlen die Unterstützung und beginnen eine Debatte um die Schließung des Standortes.

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erstellt am 07.Okt.2008 | 09:29 Uhr

Morsum/Husum/Kiel | Das ist deutlich: Während Eltern und Kinder beispielsweise vergangene Woche bei der Unterzeichnung des Fusionsvertrags noch für die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule in Morsum demonstrierten (wir berichteten), lehnen Kreis und Land die Maßnahme klipp und klar ab.
Nur kurzfristig Außenstelle

In einem Brief teilte das Husumer Schulamt der Gemeinde mit, dass ein entsprechender Antrag nicht genehmigungsfähig sei. Darüber hinaus heißt es in dem Schreiben: "Die Eigenständigkeit der Schule ist zukünftig nicht mehr gegeben. Die Grundschule Morsum wird in einer größeren Schule aufgehen und sich als Außenstelle auch nur kurzfristig halten können."

Dabei hatte der Sylt-Oster Hauptausschuss erst vergangene Woche nochmals bekräftigt, einen am 11. September von der Gemeindevertretung beschlossenen, nach bisherigen Schätzungen etwa 150 000 Euro teuren Anbau für die Ganztagsbetreuung zügig auf den Weg zu bringen. Dazu sagte der Ausschussvorsitzende Sönke Hansen: "Alle Parteien stehen hinter dem Plan und in der nächsten Sitzung des Bauausschusses wird der Bauantrag beschlossen."
Einigkeit bei Fraktionsvorsitzenden aus Sylt-Ost

Heißt das, an einer im Kieler Bildungsministerium als "abgängig" bezeichnete Schule soll noch Geld für einen Anbau investiert werden?

Die Fraktionsvorsitzenden von SWG, CDU und SPD, Sönke Hansen, Harald Theoboldt und Volker Andersen, waren sich da gestern völlig einig: Sie wollen den Fortbestand der Schule sichern und die dafür von Rektorin Dr. Angelika Gottschalk benötigten Räumlichkeiten schaffen.

Eine laut Ministerium mögliche Ganztags-Betreuung innerhalb des bestehenden Schulbaus lehnen die Politiker mit Blick auf den Wunsch der Eltern und der Rektorin ab. Tatsächlich hält Gottschalk das Nachmittagsprogramm in Klassen- und Arbeitsräumen für unmöglich: "Das ist aus pragmatischen Gründen nicht machbar und wird vom Kollegium auch nicht umgesetzt."
Container als Übergangslösung

Theoboldt machte deshalb den Vorschlag, zunächst zwei "schön gestaltete Container" für etwa 600 Euro pro Monat anzumieten: "Damit würde man den Wünschen von Eltern sowie Schulleitung nach separaten Räumen gerecht und wir könnten die weitere Entwicklung der Schülerzahlen abwarten."

Zurzeit drücken in Morsum 43 Kinder die Schulbank. Dabei gilt seit Mitte vergangenen Jahres pro Grundschule eine Mindest-Schülerzahl von 80. Patricia Zimnik, Sprecherin des Kieler Bildungsministeriums, wirbt deshalb um Verständnis dafür, dass die Schule zumindest von Kreis und Land keine langfristige Perspektive bekommt: "Unsere Aufgabe und die der Schulrätin ist es, für eine gerechte und effiziente Verteilung der Kapazitäten, also vor allem des Personals, zu sorgen. In Morsum sind die Schülerzahlen viel zu niedrig und sinken weiter. Daraus müssen Konsequenzen gezogen werden, um Kinder an größeren Schulen nicht zu benachteiligen."

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