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Modernisierung : Land in Sicht: Stadt investiert in Oberflächenentwässerung

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In der Nacht zu Donnerstag musste die Westerländer Wehr wegen Sturmschäden und wieder wegen Starkregens ausrücken. Die Stadt will die Überflutungsgefahr jetzt durch Investitionen in die Entwässerung senken.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2008 | 09:12 Uhr

Westerland | Schon wieder Unwettereinsätze für die Westerländer Feuerwehr: Erst löste am Mittwochabend der Sturm die Trampolinanlage auf der Promenade aus ihrer Verankerung, dann schwankten in der Innenstadt Bauzäune und nur ein paar Stunden später, um 3.18 Uhr, mussten die Kameraden schon wieder wegen Starkregens ausrücken. Die Polizei hatte die Truppe alarmiert, als sich an den bekannten Risikopunkten um den Bahnhof herum das Wasser wieder zu sammeln begann. Um die 20 der 75* aktiven Einsatzkräfte der Truppe hatten sich dafür aus den warmen Betten in Kälte, Regen und Wind gequält, als Wehrführer Hauke Block den Alarm zurück nahm: "Das Wasser stand nicht so hoch wie bei den vorherigen Einsätzen. Es war so, dass die Pumpen der Stadt damit noch zurecht kam."
Technische Veränderungen sind notwendig

Damit diese Aussagen künftig auch dann gilt, wenn mal wieder um die 44 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, will Westerland jetzt in die Modernisierung der Oberflächenentwässerung investieren. Und weil in der Stadt so gut wie alle Flächen versiegelt sind, Regenwasser also kaum irgendwo auf natürlichem Wege versickern kann, sind dafür technische Veränderungen notwendig.

Reiner Brudnitzki, Tiefbauingenieur bei der Stadtverwaltung erklärt ein dreiteiliges Maßnahmenpaket: "Man kann die Leistung der Pumpstation, die das Wasser in einen Graben hinter dem Deich pumpt, erhöhen. Eine weitere Möglichkeit ist das Absenken des Wasserpegels in diesem Graben, dem so genannten Vorfluter. Wenn der Pegel dort niedriger ist, kann der Graben mehr Wasser schneller aufnehmen. Und drittens könnte man den Hauptsammler, das Rohr in dem das Regenwasser aus großen Teilen der Stadt zusammenläuft, verstärken."
Problem bei der zweiten Variante: Derartige Eingriffe sind vom Landeswasser- und dem Naturschutzgesetz reglementiert und können des halb nur in enger Abstimmung mit den dafür zuständigen Behörden erfolgen.
Die Maßnahmen müssen sehr langfristig ausgelegt werden

Die Experten plädieren zunächst für die Kapazitätserweiterung im Pumpenhäuschen und geben an, diese binnen der kommenden zwei Jahre umsetzen zu können. Gleichzeitig verweisen sie aber auch darauf, dass sie die noch etwa sechs bis acht Wochen dauernde Überarbeitung des Generalentwässerungsplans abwarten wollen: "Schließlich", so der Ingenieur, "sind all diese Maßnahmen sehr teuer und müssen schon deshalb sehr langfristig ausgelegt sein. Beispielsweise sollte man auch berücksichtigen, dass der Meeresspiegel in den nächsten Jahrzehnten ansteigen wird." Parallel zu der städtischen Untersuchung wird außerdem die Tinnumer Oberflächenentwässerung geprüft. Brudnitzki: "Es macht ja nur Sinn, wenn sich die Situation für beide Orte verbessert."

* In unserer gestrigen Berichterstattung wurde die Zahl der aktiven Westerländer Feuerwehrleute versehntlich mit 40 angegeben. Richtig ist die Zahl 75.

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