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Im Interview : Kurt Zech: „Ich bin entsetzt“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Bauunternehmer und Hotelinvestor äußert sich kritisch über die Entscheidung der Sylter Politiker

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Kurt Zech, geschäftsführender Gesellschafter der Zech Group GmbH, erklärt im Interview mit der Sylter Rundschau, warum ihn die Ablehnung der Politik entsetzt und dass die Thermen-Ruine der Insel nun wohl noch ein paar Jahre erhalten bleibt.

Herr Zech, was sagen Sie zu der Nachricht, dass der Deal mit der Gemeinde geplatzt ist?

Kurt Zech: Ich bin natürlich überrascht. Wir sind davon ausgegangen, dass der Lösungsansatz eine Win-Win-Situation für beide Seiten war. Die SPD und die SWG müssen nun die politische Verantwortung dafür übernehmen, dass rund 30 Wohnungen für Sylter nicht gebaut werden können. Solch eine Entscheidung vor dem Hintergrund des häufig beklagten Wohnraummangels für Insulaner zu treffen, ist für mich schwer nachvollziehbar. Ehrlich gesagt bin ich darüber auch etwas entsetzt. Aber natürlich akzeptieren wir die Entscheidung: 2018 oder 2019 kann man sich dann ja wieder mit dem Thema beschäftigen.

Warum erst ab 2018? Die Selbstverwaltung scheint davon auszugehen, dass sich der neue Bürgermeister Nikolas Häckel ab Mai diesen Jahres der Sache annehmen wird ...

Es ist nun nicht so, dass wir hier sitzen und darauf warten, dass die Gemeinde ruft und wir dann springen. Wir stehen nicht zur ständigen Verfügung. Wir haben jetzt verstanden, dass die Therme bei der Gemeinde keine hohe Priorität hat – deshalb ordnen auch wir unsere Prioritäten neu und widmen uns zahlreichen anderen Großprojekten, die bei uns auf der Agenda stehen. In Sachen Therme läuft der Prozess jetzt erst einmal weiter, nach Einschätzung unserer Juristen dauert das noch drei bis fünf Jahre. Dann schauen wir weiter.

Nicht nur der Wohnraum für Insulaner, sondern auch die Erweiterung des Hotels Severin’s ist mit dem geplatzten Deal nun vom Tisch. Das müsste Sie doch ärgern.

Keineswegs. Im Severin’s können wir die Dinge auch erst einmal laufen lassen, das muss jetzt nicht erweitert werden. Der ganze Deal war ja nicht unsere Idee – die Gemeinde kam auf uns zu und wir sind darauf eingegangen. Wir haben relativ viel Zeit und Kapazitäten in diese Verhandlungen gesteckt – da saßen übrigens auch die Vertreter der großen politischen Fraktionen mit am Tisch.

Von Seiten der SWG und der SPD kam ja auch der Hinweis, dass Sie doch zunächst in Vorleistung treten, also auf Ihre Forderungen verzichten und die Therme beseitigen könnten. Im Anschluss könnte man dann über eine Erweiterung Ihres Hotels sprechen. Was halten Sie davon?

Das ist bar jeder Ethik und Logik. Wenn es darum geht, einen Vergleich auszuhandeln, kann ich doch so etwas nicht verlangen. Solche Leute haben im Geschäftsleben nichts zu suchen.

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