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Hörnum auf Sylt : Kurios: Rolf Speth verklagt sich selbst

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Als Amtsvorsteher braucht Rolf Speth einen Anwalt, weil er als Hörnumer Bürgermeister Klage gegen die Amtsverwaltung führt.

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Rolf Speth, Bürgermeister der Gemeinde Hörnum, fand sich Ende vergangenen Jahres in einer juristisch etwas absonderlichen Situation wieder: Er hat sich selbst verklagt. Das erzählte Speth im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde.

Hintergrund der Geschichte ist laut Speth ein Versäumnis der Gemeindeverwaltung Sylt, die auch für Hörnum die Verwaltungsaufgaben übernimmt. Weil man dort vor rund drei Jahren vergessen habe, von den Anwohnern der Straße An der Düne rund 750 000 Euro Vorauszahlungen als Anwohnerbeitrag für den Straßenausbau zu kassieren, habe die Gemeinde am Ende der Ausbauarbeiten kein Geld gehabt, diese zu bezahlen. Um die Baufirmen zufrieden zu stellen, sei ein Kredit aufgenommen worden, so Speth weiter. Die Zinsen für diesen Kredit würden sich auf rund 15 000 Euro belaufen – und die, hat die Hörnumer Gemeindevertretung beschlossen, wolle man von der Gemeinde Sylt erstattet bekommen. „Verwaltungsrechtlich haben wir wohl gute Chancen, das Geld wieder zu sehen“, so Speth. Deshalb habe man Klage eingereicht – allerdings gegen das Amt Landschaft Sylt, da die Gemeinde Sylt lediglich geschäftsführend für das von den übrigen vier Inselgemeinden gebildete Amt tätig sei.

Und da kommt Rolf Speth wieder ins Spiel. „Ende vergangenen Jahres erhielt ich einen Anruf aus der Amtsverwaltung, dass ich mir in meiner Position als Amtsvorsteher einen Anwalt nehmen müsste, weil ich von der Gemeinde Hörnum verklagt werde“, berichtete der Bürgermeister. Das habe er für Blödsinn gehalten – die Klageerwiderung des Amtsvorstehers auf die Klage des Hörnumer Bürgermeisters werde nun der Mitarbeiter „nach bestem Wissen und Gewissen“ verfassen, beendete Speth den Bericht.

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