Immobiliengeschäft : Kurheim soll zu Wohnraum werden

Der Finanzausschuss gibt grünes Licht für Kauf des ehemaligen AWO-Kurheims Ida-Ehre. Nach einem Umbau sollen hier 23 Seniorenwohnungen entstehen.

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15. November 2013, 06:00 Uhr

Das Ida-Ehre-Haus soll schon bald aus seinem Dornröschenschlaf gerissen werden: Finanz- und Wohnungsbauausschuss haben dem Kauf durch das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) sowie einem neuen Nutzungskonzept für das ehemalige Mutter-Kind-Kurheim jetzt zugestimmt.

Die seit Januar leer stehende Immobilie am Kirchenweg (Ecke Geschwister-Scholl-Weg) kann nun für voraussichtlich 2,3 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Wie KLM und der Bezirksverband Hamburg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gestern bestätigten, seien die seit elf Monaten laufenden Verhandlungen zwar noch nicht abgeschlossen, die Gespräche befänden sich aber bereits in der Schlussphase: „Wir rechnen mit einem Vertragsabschluss bis zum Ende des laufenden Jahres“, sagte AWO-Landesgeschäftsführer Michael Schröder. Beide Seiten müssten sich noch über den endgültigen Kaufpreis verständigen.

Sobald die Verträge unterschrieben sind, will KLM den Kauf über die Aufnahme eines Kredites finanzieren und erhält von der Gemeinde Sylt einen einmaligen Zuschuss von 300 000 Euro.

Im Mutter-Kind-Gesundheitszentrum „Ida-Ehre“ konnten sich bis zur Schließung 18 Mütter und 36 Kinder gleichzeitig erholen. Bereits in den vergangenen Jahren war die Einrichtung aber in die roten Zahlen gerutscht. 2012 gab Landesgeschäftsführer Schröder schließlich das Aus für die Kureinrichtung bekannt. Von der Schließung des nördlichsten Außenposten der AWO-Hamburg waren damals 22 Mitarbeiter betroffen.

Auch wenn nach dem Verkauf an die Gemeinde künftig keine Mütter mit ihren Kindern in den Räumen des Ida-Ehre-Hauses wohnen werden, eine soziale Nutzung soll das Gebäude auch in Zukunft haben. „Das neue Nutzungskonzept sieht Wohnungen für Senioren vor“, sagte der Vorsitzende des Wohnungsbauausschusses, Mario Pennino (SWG). „Auch hier gibt es einen großen Bedarf und ich hoffe, dass das Gebäude Ende des kommenden Jahres bezugsfertig sein wird.“ Voraussetzung für altersgerechtes Wohnen ist Barrierefreiheit. Um diese herzustellen, werden nach dem Kauf einige Umbauten nötig. So sollen jeweils zwei der alten Einzelappartements zu einer Wohnung zusammengelegt werden. Zusätzlich plant KLM einen Anbau, der neben acht Wohnungen, auch das Dachgeschoss des alten Gebäudes mit einem Fahrstuhl verbinden soll. Insgesamt sollen so 23 Wohnungen für Senioren entstehen. „Die geschätzten Kosten für diese Arbeiten würden bei rund 1,5 Millionen Euro liegen“, sagte KLM-Chef Marcus Kopplin. Momentan geht man bei KLM von Mieten zwischen 10 und 12 Euro pro Quadratmeter aus.

Für dieses Nutzungskonzept hat AWO-Geschäftsführer Michael Schröder schon jetzt viel übrig: „Natürlich sind wir froh, dass der soziale Nutzen erhalten bleibt.“ Viele Investoren hätten ebenfalls Angebote abgegeben, „aber wir wollten keine verbrannte Erde hinterlassen“, so Schröder.

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