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Sitzung im Kulturausschuss : Kunstfreunde brauchen mehr Geld

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Hochkarätigere Ausstellungen in der Alten Post bringen Westerland Renommee – für den Verein aber sind sie finanziell nicht mehr zu stemmen. Der Kulturausschuss diskutiert über eine Bezuschussung.

Westerland | Wie viel sind der Gemeinde Sylt ihr Kunstverein und die Kunstausstellungen in der Stadtgalerie Alte Post wert? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Kulturausschuss auf seiner jüngsten Sitzung.

Hintergrund war ein Antrag der Sylter Kunstfreunde, die zum einen einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro beantragten und zum anderen, dass die Gemeinde Sylt dem Verein die Miete für die Ausstellungsräume in der Stadtgalerie Alte Post auf einen symbolischen Betrag von einem Euro statt bisher 230 pro Nutzungsmonat reduziert. Andere Kunstvereine, so Nies, würden von ihren Gemeinden Ausstellungsräume kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Petra Nies, Vorsitzende des ehrenamtlichen Vereins, begründete ihren Antrag unter anderem damit, dass die Sylter Kunstfreunde stetig immer hochwertigere Ausstellungen organisieren, die Westerland als Kunstort aufwerten würden – allerdings verursachten Ausstellungen namhafter Künstler auch höhere Kosten. Sie seien beispielsweise nicht bereit, ihre Ausstellungen selbst zu beaufsichtigen, außerdem müssten die Kunstfreunde die Kosten für Versicherungen oder den Druck der Plakate übernehmen. Als Beispiel nannte sie die Ausstellung von Armin Müller-Stahl im Jahr 2012 oder die für diesen Juni geplante Ausstellung „A taste of summer“ der Berliner Künstlerin Nina Nolte.

Das Ausstellen Noltes großformatiger Acryl-Bilder (siehe Abbildung) würde die Kunstfreunde rund 4600 Euro kosten – dies sei durch den Mitgliedsbeitrag von jährlich 30 Euro nicht zu stemmen. Und auch wenn der Verein 20 Prozent der Einnahmen pro verkauftem Bild einnimmt (Noltes Werke kosten zwischen 7000 und 10 000 Euro), reichen dem Verein die 300 Euro, die er als jährlichen Zuschuss von der Gemeinde Sylt erhält, nicht mehr aus, so Nies. Zudem würde ein möglicher Sponsor die Ausstellung nur unterstützen, sollte sich auch die Gemeinde beteiligen.

Aus der Verwaltung regte Frauke Wehrhahn an, die beantragten 2000 Euro aufeinmalig 500 Euro für die Nolte-Ausstellung zu reduzieren. Diese Summe war Andreas Eck (SSW) zunächst auch zu hoch. Er zeigte sich vom Antrag der Kunstfreunde „ziemlich irritiert“: Die Kassen der Gemeinde Sylt seien „fast leer“, zudem sei Sylt für Künstler eine gute Werbeadresse: „Wenn wir diese Ausstellung bezuschussen, schaffen wir einen Präzedenzfall.“

Ganz anders sah dies die SPD: Kunstausstellungen wie diese würden das kulturelle Leben in Westerland bereichern, fand Regine Scheuermann, die anregte, den Betrag auf 1000 Euro zu erhöhen. Dies fand auch bei der CDU Zustimmung – dieser Antrag wurde letztendlich angenommen.

Das Thema Miete wurde allerdings auf den Herbst verschoben. Bis dahin soll auch geklärt werden, wie andere Gemeinden damit umgehen.

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erstellt am 23.Mai.2014 | 05:22 Uhr

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