Sylter Kulturdenkmal : Kundgebung "Umdenken" zum Schutz des Denghoog

Das geplante Bauprojekt liegt unmittelbar hinter der Steinzeitgrabanlage Denghoog.
Das geplante Bauprojekt liegt unmittelbar hinter der Steinzeitgrabanlage Denghoog.

Sölring Foriining ruft am Sonnabend, 20. April, in Wenningstedt zu Demonstration auf.

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12. April 2019, 18:10 Uhr

Wenningstedt | "Viele Sylter beginnen jetzt wirklich umzudenken und trauen sich, sich auch öffentlich für den Schutz unserer Insel einzusetzen. Unser Kampf zum Schutz des Steinzeitgrabes Denghoog in Wenningstedt scheint ein lange fehlendes Ventil geöffnet zu haben!" - Maren Jessen, stellvertretende Vorsitzende des Sylter Vereins Sölring Foriining, ist erleichtert: „Wer an der Insel hängt und sie nicht weiter dem kommerziellen Ausverkauf Preis geben möchte, kann sich jetzt positionieren. Für Karsonnabend laden wir alle, deren Herz an Sylt hängt, zu einer gemeinsamen Kundgebung ein, die am Steinzeitgrab Denghoog beginnt und durch Wenningstedt führen wird.“

 

Die Kundgebung unter der Überschrift „Umdenken“ ist in den Kampf um den Schutz des Steinzeitgrabes Denghoog eingebettet. Ein geplantes Bauprojekt in Wenningstedt auf Sylt macht den Heimatverein der Insel zum Spielball staatlicher Institutionen. Das führt zu immer vehementeren Protesten der Insulaner gegen die Politik und zu der Forderung, Sylt nicht weiter dem Kommerz zu opfern.

Die Sölring Foriining ruft am Sonnabend, 20. April, ab 15 Uhr zur Demonstration auf. Treffpunkt ist in Wenningstedt am Steinzeitgrab Denghoog.

Unmittelbar neben der Grabanlage Denghoog in Wenningstedt, einer monumentalen Grabanlage aus der Steinzeit von internationalem archäologischen Wert, ist ein Neubau geplant. Aus einem bisher eher kleinen Nachbarhäuschen soll ein Gebäude mit vier unterkellerten Wohnungen und acht Parkplätzen entstehen. Da die oberirdische Fläche nur 290 Quadratmeter betragen darf, baut der Investor unterirdisch – und damit in gefährlicher Nähe der Tragsteine des Steinzeitgrabes.

Zwölf Tonnen schwerer Deckstein könnte abstürzen

Würden diese durch die Erschütterung der Baumaßnahme oder dem Abtrag des Erdreiches ins Wanken geraten, könnte der zwölf Tonnen schwere Deckstein abstürzen. Und damit das Steinzeitgrab, das jährlich von mehreren zehntausenden Besuchern besichtigt wird, unwiederbringlich zerstören. Unterirdisch – wie neben dem Denghoog geplant - zu bauen, ist eine für die Insel nicht ungewöhnliche Vorgehensweise, denn die Quadratmeterpreise sind auf Sylt bekanntermaßen so hoch wie nur an wenigen anderen Orten Deutschlands. Manche Bauprojekte führen deshalb bis zu sieben Metern in die Tiefe.

Nicht gesichert ist bislang auch die Zuwegung zu dem geplanten Neubau. Auf Wunsch des Investors soll sie über einen schmalen, bislang als Geh- und Radweg eingetragenen Weg erfolgen, der sich im Besitz des Heimatvereins Sölring Foriining befindet. Trotz eines finanziellen Angebotes in sechsstelliger Höhe hat die Sölring Foriining dazu ihre Zustimmung verweigert. Unterstützt wurde sie dabei in deren aktuellen Sitzung von den Gemeindevertretern in Wenningstedt, die ihre Zustimmung zum Wegerecht ebenfalls verwehrten.

Landesamt und Kreis schieben Zuständigkeiten hin und her

Das Archäologische Landesamt des Landes Schleswig-Holstein sowie der zuständige Kreis Nordfriesland hingegen schieben die Zuständigkeiten zwischen Denkmalschutzgesetzgebung und Baugesetzgebung hin und her. Daran hat bislang auch die Zusage der Kultusministerin des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, nichts ändern können. Sie ließ den Heimatverein schriftlich wissen, dass „alles rechtlich Nötige und Mögliche getan werde, um den Denghoog zu schützen".

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