zur Navigation springen

Vereinsleben auf Sylt : Kultur braucht ein Dach über dem Kopf

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mietkosten für Veranstaltungssäle werden von der Gemeinde subventioniert / Künftig sollen einheitliche Regeln gelten

Ob Feuerwehrball, Theatervorstellung, Tanzmatinee, Henner-Krogh-Wettbewerb oder Vereinsjubiläum – kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen brauchen, falls sie nicht open-air stattfinden, immer ein Dach über dem Kopf. Das finden die zahlreichen Vereine und Verbände der Insel alleine in der Gemeinde Sylt in derzeit sieben Sälen und Veranstaltungsräumen von der kleinen Alten Schule in Archsum bis hin zum großen Saal „Westerland“ im Congress Centrum Sylt (CCS).

Allerdings erfolgen die Vermietungen an die überwiegend ehrenamtlichen Nutzer nicht umsonst: Von wenigen Ausnahmen abgesehen müssen alle Veranstalter Raummieten zahlen, die je nach Größe des Saals, aber auch von Ortsteil zu Ortsteil unterschiedlich hoch sind – siehe Infokasten rechts. Weil viele Vereine und Verbände die Gesamtkosten ihrer Events jedoch nicht aus eigener Tasche zahlen können und häufig keinen oder nur geringen Eintritt verlangen, können sie für die Basismieten bei der Gemeinde Zuschüsse beantragen. Bereits Anfang 1999 hat der Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss der damaligen Stadt Westerland dazu einen Grundsatzbeschluss gefasst, der allerdings nur für den Alten Kursaal am Rathausplatz und für den Saal Westerland im CCS gilt. Einheitliche und vor allem verbindliche Regelungen für alle Veranstaltungsräume in der seit 2009 fusionierten Gemeinde Sylt gibt es bisher nicht. Deshalb haben die Mitglieder des derzeitigen Kulturausschusses vorgeschlagen, die Bezuschussung für einheimische Vereine und Verbände auf alle Veranstaltungsräume im Gemeindegebiet zu erweitern.


Jedes Jahr zahlt die Gemeinde Zuschüsse für Saalmieten


Seit dem Beschluss werden zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements der Sylter jährlich Haushaltsmittel im unteren fünfstelligen Bereich als Zuschüsse für die Raummieten bereitgestellt. 2014 lag der Haushaltsansatz bei 12  000 Euro – in der Endabrechnung beliefen sich die Ausgaben für Veranstaltungszuschüsse auf exakt 11  231,40 Euro. Die Mieten für den Alten Kursaal oder den CCS-Saal in voller Höhe erstattet bekamen beispielsweise das Gymnasium Sylt für seinen Ball der Abiturenten, die Westerländer Kameraden für ihren Feuerwehrball, der TV Keitum für eine Tanzveranstaltung, die Westerländer Speeldeel und die Sylter Inselspeeler für ihre Theateraufführungen oder auch der Verein Sylter Unternehmer für seine Partynacht.

Im aktuellen Haushalt für das Jahr 2015 stehen für die Antragsteller finanzielle Mittel in Höhe von 13  200 Euro zur Verfügung. Bevor die Vergaberichtlinien jedoch offiziell auf alle Kur- und Veranstaltungssäle in der Gemeinde Sylt ausgedehnt werden, sollen die Fraktionen darüber beraten – das hat der Kulturausschuss auf seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Hintergrund sind einerseits die möglicherweise deutlich steigenden Ausgaben: Hauptamtsleiterin Monika Kuhn sagte gegenüber der Sylter Rundschau, dass mit einer Verdopplung des Haushaltsansatzes zu rechnen sei. Andererseits wollen sich die Gemeindevertreter mehr Zeit nehmen, um das Mietzuschussverfahren grundsätzlich zu diskutieren und gegebenenfalls zu überarbeiten. So wurde zum Beispiel kritisiert, dass dann auch Mieter des Keitumer Friesensaals Zuschüsse erhalten könnten, obwohl die Gemeinde den Betrieb des Saals durch den Verein Kulturhaus Sylt bereits mit jährlich 40  000 Euro subventionieren würde.

 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen