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Prävention : Küstenschutz-Ausstellung: Zum Respekt gesellt sich Wissen

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Der Schutz der Küste geht jeden etwas an. Davon können sich Besucher der Ausstellung "Sturmflut - wat geiht mi dat an?" überzeugen, die bis 12. September im Rantumer ADS-Heim zu sehen ist. Mit Filmen und Texten wollen die Macher die Thematik wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Rantum | Der neunjährige Ooruk hat vor seinem Ferienaufenthalt in Rantum noch nie etwas von Küstenschutz gehört. Sein gleichaltriger Freund Niclas, der wie Ooruk aus Flensburg kommt, kann zumindest erklären, wie der von einer Sturmflut weggerissene Sand den Weg zurück ans Land finden kann. "Das passiert mit so einem Schiff. Das pumpt Sand vom Meeresboden nach oben und durch Rohre wird das dann am Strand verteilt."
Der Ort ist bestens für die Thematik geeignet

Den Film, in dem ihm dieser Prozess erklärt wurde, hat Niclas zusammen mit anderen Kindern aus der Ferienfreizeit im Rantumer ADS-Heim gesehen. Dort, wo seit zwei Tagen die Küstenschutzausstellung "Sturmflut - wat geiht mi dat an"? gastiert. An einem Ort, der für die Thematik bestens geeignet ist: Schließlich wohnen im ADS-Heim mit den zahlreichen urlaubenden Kindern die wichtigsten Adressaten stets in unmittelbarer Nähe. Und diese Generation gilt es frühstmöglich für den Küstenschutz zu sensibilisieren.

"Wir haben den Ort für die Ausstellung sehr bewusst ausgewählt", sagte Helge Jansen, Verbandsvorsteher des Sylter Landschaftszweckverbandes daher auch. Zusammen mit Innenminister Lothar Hay und Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) eröffnete er die Wanderausstellung.
Ein Viertel Schleswig-Holsteins ist gefährdet

Äußerst anschaulich können sich die Besucher hier an acht großen Tafeln über den Sinn von Küstenschutz informieren, über Möglichkeiten, mit ihrem Verhalten selbst ihren Teil dazu beizutragen und über Zukunftsszenarien, die verstärkt werden können, wenn das alles ignoriert wird. Sie erfahren zum Beispiel, dass ein Viertel der Fläche Schleswig-Holsteins gefährdet ist, den Fluten zum Opfer zu fallen.

"Die letzte große Sturmflut ist zwar schon über 30 Jahre her, doch das heißt nicht, dass die Gefahr gebannt ist", betonte Innenminister Hay. "Wir Menschen neigen allzu schnell dazu, uns in Sicherheit zu wiegen." Von der Ausstellung erhoffe er sich daher, dass sie aufklären und auf die Notwendigkeit von Küstenschutz aufmerksam machen werde. Oelerich verwies zwar auf den hohen Küstenschutzstandard in Schleswig-Holstein, warnte aber auch: "Es gibt keine absolute Sicherheit."
"Man muss vorsichtig sein"

Dessen sind sich Niclas und Ooruk trotz ihrer kindlichen Unbeschwertheit schon bewusst. "Das Wasser kann sehr gefährlich werden, da muss man vorsichtig sein", sagten beide unisono. Nach der Besichtigung der Ausstellung gesellt sich bei ihnen zu dem Respekt vor dem Wasser das Wissen, wie man die Küste und damit auch sich selbst vor diesem schützen kann.

Die Ausstellung ist noch bis 12. September im ADS Gerd-Lausen-Haus, Am Torbogen 7 in Rantum zu sehen, vom 13. bis 24. September in Westerland. Mit weiteren Inselorten wird noch verhandelt.

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erstellt am 21.Aug.2008 | 07:48 Uhr

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