Kubanischer Jazz in einzigartiger Atmosphäre

Das Duo Marialy Pacheco und Joo Kraus .
Das Duo Marialy Pacheco und Joo Kraus .

Beim Konzert im Kontorhaus Sylt bewies das selten auftretende Duo Marialy Pacheco und Joo Kraus Weltklasse

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09. September 2019, 17:42 Uhr

Keitum | Das haben die rund 100 Besucher des Konzertes von Marialy Pacheco und Joo Kraus allen anderen seit dem vergangenen Sonntag voraus: Sie wissen nun, wie der „Milky Oolong“ klingt. Wer das jüngste Konzert im Kontorhaus Keitum verpasst hat, dem ist aber noch viel mehr entgangen, als nur die improvisierte Vertonung einer Teesorte: In virtuosem Zusammenspiel harmonierte Pachecos kubanischer Rhythmus am Flügel mit den rauchigen Trompetenklängen von Joo Kraus – in den ruhigen Passagen so gut, dass man zwischen den Noten eine Stecknadel hätte fallen hören können. Dafür habe sie ihn als musikalische Begleitung ausgesucht, gestand die 36-jährige dem Publikum, für „die kubanische Seele, die in ihm schlummert“.

Dass das Duo nur alle paar Monate gemeinsam auf der Bühne stehen, hätte man kaum für möglich gehalten: Harmonierten doch beide musikalisch nahezu perfekt – wie Tänzer bei einem langsamen Tango, während ihrer Interpretationen von Pop-Songs wie „Englishman in New York“ oder Michael Jacksons „Earth Song“ ebenso wie bei den lateinamerikanischen Liedern „El Manisero“ oder dem Lieblingsstück des Duos: „Danzón“.

Mit einem Klavierspiel, mal gefühlvoll und mal rhythmisch und ohne Furcht vor gelegentlichen Dissonanzen, und einer Trompete, die nach durchfeierten Nächten in Kuba klingt und die zwischendurch auch mal zum Rhythmusinstrument umfunktioniert wird.

Von Wolfgang Zaeske, Inhaber des Kontorhaus Keitum, wurde Pacheco zu Recht als „neuer Weltstar“ angekündigt: Als erste Frau gewann sie 2012 den renommierten Solo-Jazzpiano-Wettbewerb „Parmigiani“ beim Jazzfestival in Montreux.

Joo Kraus steht dem in nichts nach: 2012 erhielt er den EchoJazz als bester Trompeter national. Damit passten beide perfekt in die Reihe großer Jazzmusiker, die bereits in dieser einzigartigen Atmosphäre des Teehauses, mit Tee- und Sektempfang und zeitlich perfekt zwischen Strandspaziergang und Abendessen gelegen, ihr Konzert geben durften. Die Zuhörer zogen sie an diesem Nachmittag in ihren Bann – vom ersten Ton bis zur letzten Zugabe.

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