„Unsägliche Äußerung“: : Kritik an Hörnums Bürgermeister Rolf Speth

Bürgermeister Rolf Speth
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Bürgermeister Rolf Speth

Aufgrund seiner Aussage im Zusammenhang mit der Frage, ob in Hörnum Flüchtlinge untergebracht werden sollen, wird Hörnums Bürgermeister aus unterschiedlichen Ecken scharf kritisiert.

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03. Juli 2015, 05:42 Uhr

Diese Aussage hat auf Sylt Wellen geschlagen: In der Dienstagsausgabe der Sylter Rundschau zitierten wir Hörnums Bürgermeister Rolf Speth von der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hörnum (AWGH) in einem Artikel über die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf Sylt. Im Zusammenhang mit der Frage, ob im ehemaligen Jugendaufbauwerk in Hörnum Flüchtlinge untergebracht werden sollen, sagte Speth: „Die hat ja auch niemand eingeladen, hierher zu kommen“. Im Anschluss fügte er hinzu, dass ihm natürlich bewusst sei, dass die Asylbewerber angemessen untergebracht werden müssen.

Die CDU-Fraktion distanziert sich nun in einer Mitteilung „ausdrücklich von den Aussagen des Bürgermeisters Rolf Speth zu einer eventuellen Aufnahme von Flüchtlingen im ehemaligen Jugendaufbauwerk in Hörnum.“ Die Unterbringung von Flüchtlingen sei eine humanitäre Aufgabe und eine gesamt insulare Herausforderung, die man nur in einem solidarischen Miteinander bewältigen könne, heißt es weiter. „Es ist beschämend, dass ausgerechnet der Bürgermeister von Hörnum und Amtsvorsteher Rolf Speth hier Ressentiments schürt und damit spaltet statt zusammenführt. Wir meinen zuerst sollten intensive Gespräche mit allen beteiligten Stellen geführt werden, um offene Fragen klären zu können.“ Die Ergebnisse sollen nach Wunsch der CDU dann der Hörnumer Bevölkerung und der Gemeindevertretung vorgestellt werden. „Transparenz und Mitnahme von Beginn an und kein Gegeneinander muss die Devise bei diesem sensiblen Thema sein“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

Auch Anja Lochner und Christoph Bornemann, Pastoren der Kirchengemeinde Westerland, beziehen in einem Leserbrief an die Sylter Rundschau Stellung: Sie bezeichnen die Aussage Speths als „unsäglich“ und stellen die Frage, „wie jemand, der eine solche Aussage tätigt, ein öffentliches Amt bekleiden kann.“

Niemand habe die Flüchtlinge eingeladen, fahren die Pastoren fort. „Aber wohl kaum einer ist freiwillig hier. Krieg, Gewalt, Terror, Verfolgung haben die Menschen in die Verzweiflung und dann zu uns getrieben. Das Grundrecht auf Asyl genießt bei uns Verfassungsrang. Alarmierend häufen sich die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte – laut aktuellem Verfassungsschutzbericht waren es 150 in der ersten Jahreshälfte. Im Netz wabert es rechtsradikal.
Äußerungen wie die oben genannte sind vielleicht unbedacht. Vor allem sind sie gefährlich und verletzend.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte Rolf Speth zu dieser Kritik nicht Stellung nehmen.


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