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Statistik : Kriminalität auf Sylt geht leicht zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drogen, Körperverletzungen, Diebstähle: Auch wenn die Fallzahlen sinken, haben Kripo-Beamte auf Sylt genug zu tun.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 06:00 Uhr

An den schweren Raub in einer Keitumer Goldschmiede werden sich viele Insulaner erinnern. Auch die Sylter Kriminalpolizei hat diesen Überfall gut in Erinnerung – einer von vielen Fällen in der Kriminalitätsstatistik aus dem Jahr 2013.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Kriminalität auf Sylt jedoch leicht zurück gegangen. Während die Sylter Schutzpolizei 2012 insgesamt 1229 Fälle bearbeitete, waren es im vergangenen Jahr 1189, also 3,2 Prozent weniger. Und auch die Kriminalpolizei hatte im Jahr 2013 weniger Fälle zu bearbeiten – im Jahr 2012 beschäftigten die Beamten 434 Fälle, vergangenes Jahr waren es nur noch 386, ein Rückgang um 11 Prozent. Sylt liegt demnach im landesweiten Trend – die registrierte Kriminalität ist in ganz Schleswig-Holstein leicht zurückgegangen.

Die Aufklärungsquote der Sylter Kriminalpolizei liegt etwas über dem Landesdurchschnitt (knapp über 50 Prozent). Von den 386 Delikten der mittleren und schweren Kriminalität konnten 66,3 Prozent aufgeklärt werden.

Der leichte Rückgang der Kriminalität sei „ganz normal“, erklärt Kripo-Chef Ralf Stolle. „Die Zahlen liegen immer so in diesem Rahmen. Der Rückgang ist also nicht gravierend.“

Erfolgreich war die Polizei 2013 bei der Festnahme eines Täters, der rund 45 Einbrüche, aber auch Betrugs- und Fälschungsdelikte begangen hat. Seine Taten erstreckten sich von Sylt bis hin aufs Festland und sogar bis nach Hamburg. Der Mann habe Diebstähle in Gaststätten und Geschäften begangen, Kraftfahrzeuge gestohlen und versucht, sie zu verkaufen. Dieser Täter konnte festgenommen werden und wurde mittlerweile zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Rückläufig ist die Zahl der Ladendiebstähle: Im letzten Jahr wurden 158 Diebstähle begangen und im Jahr davor 67 Taten. Die Fahrraddiebstähle blieben mit 155 Taten auf gleichem Niveau, heißt es in der Pressemitteilung der Sylter Polizei. Diese macht die Fahrradhalter darauf aufmerksam, ihre Räder noch besser mit geeigneten Schlössern zu sichern und am besten an einem festen Gegenstand anzuschließen. Denn unter den gestohlenen Fahrrädern waren sowohl angeschlossene als auch nicht angeschlossene Räder.

Weitere Themen der Kriminalbeamten waren zwölf Einbrüche (50 Fälle im Vorjahr), 21 Einbrüche in Fahrzeuge (25 Fälle im Vorjahr), insgesamt fünf Mal wurde in Gaststätten eingebrochen (19 Fälle im Vorjahr), 102 Betrugsdelikte (128 im Vorjahr), zehn Sexualdelikte, (zehn im Vorjahr), sieben Raubdelikte (15 Fälle im Vorjahr) und 111 sonstige Straftaten.

„Im Bereich der Drogendelikte sind und bleiben wir daueraktiv, insbesondere wenn uns bekannt wird, dass Drogen an Minderjährige verkauft und konsumiert werden“, so Stolle. Auch hier wurde ein Täter – neben anderen Tätern auf dem Drogensektor – im vergangenen Jahr verurteilt, weil er Drogen an Minderjährige weitergegeben hatte. „Drogendelikte gehören zu den so genannten Kontrolldelikten – je mehr Zeit man für Kontrollen findet, umso mehr Delikte deckt man auf.“, erklärt der Leiter der Sylter Kriminalpolizei. So hatten die Polizeibeamten im Jahr 2013 mit insgesamt 64 Drogendelikten zu tun, das Jahr zuvor waren es 22 Fälle.

„Aber auch den Schweren Raub auf eine Goldschmiede in Keitum konnten wir aufklären und den Täter der Untersuchungshaft zuführen“, sagt der Leiter der Sylter Kriminalpolizei. Im Oktober hatte ein Mann eine Angestellte der Goldschmiede nachts überfallen, sie gefesselt und unter Androhung von Gewalt die Herausgabe von Schmuck und Bargeld erzwungen. Der Täter wurde an der Schweizer Grenze festgenommen. „Für diese Gewalttat wird er sich entsprechend verantworten müssen“, sagt Stolle, „leider bleibt oftmals ein dauerhafter psychischer Schaden bei den Opfern solcher Taten zurück. „Auch auf dem Raubsektor waren wir erfolgreich“, so Stolle, „hier konnten wir einige Taten aufklären, bei denen die Täter sich gewaltsam teure Handys angeeignet hatten.“

Die vorsätzlichen Sachbeschädigungen auf Sylt sind von 219 Taten auf 188 Taten zurückgegangen, die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen schlagen allerdings mit 101 Taten fast wie im Vorjahr zu Buche. Die Anzahl der Körperverletzungsdelikte ist mit 223 Delikten nahezu gleich geblieben. „In Anbetracht der Kriminalitätslage brauchen sich weder Einheimische noch Gäste auf der Insel Sylt als besonders gefährdet zu sehen“, so das Fazit des Kripo-Chefs. Die Beamten würden alles tun, um die Kriminalität auf der Insel weiter einzudämmen.

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