Gerichtsbeschluss in Hörnum : Kreis und Gericht: Wohnhaus soll abgerissen werden

An der Rantumer Straße liegt das Gebäude, das laut Kreis Nordfriesland nun abgerissen werden soll.
An der Rantumer Straße liegt das Gebäude, das laut Kreis Nordfriesland nun abgerissen werden soll.

Ein Gericht hat bestätigt: Der rote Backsteinbau am Hörumer Ortseingang soll abgerissen werden.

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25. Juni 2015, 05:20 Uhr

Nun könnte bald die Abrissbirne schwingen: Das prominente rote Backsteinhaus am Hörnumer Ortseingang soll nach dem Willen des Kreises Nordfriesland verschwinden – eine Klage des Besitzers gegen eine Beseitigungsverfügung des Kreises ist gescheitert.

Zur Vorgeschichte: Das bewohnte Gebäude Rantumer Straße 53 wurde 2011 zwangsversteigert. Ein Hamburger Anwalt hatte das Haus damals für mehr als eine Viertel Millionen Euro erworben – allerdings in dem Wissen, das es eigentlich nicht stehen bleiben soll. Denn das ehemalige Militärgebäude der Nazis aus den 30er-Jahren ist, wie einige andere Bauten aus dieser Zeit auf der Insel, nie genehmigt worden. Der für die Versteigerung zuständige Gutachter hatte damals ermittelt, dass das Gebäude keinen Verkaufswert habe. Gegenüber unserer Zeitung sagte er, dass eine Abrissverfügung vom Kreis zu erwarten sei. Der Hamburger zahlte trotzdem für den schmucken Bau – wohl in der Hoffnung, den geplanten Abriss juristisch doch noch verhindern zu können.

Nachdem der Kreis Nordfriesland ihm im Dezember 2013 eine Beseitigungsverfügung zugestellt hatte – heißt: Der Eigentümer muss sein Haus auf eigene Kosten abreißen lassen – hatte er Widerspruch eingelegt und zudem vor dem Verwaltungsgericht Schleswig geklagt.

Das Gericht, das am 16. Juni vor Ort verhandelte, entschied dann im Sinne des Kreises und folgte der Argumentation für den Abriss, sagte Kreis-Sprecher Hans-Martin Slopianka. Der Kreis hatte argumentiert, dass die militärische Nutzung des Gebäudes erloschen sei, Bestandsschutz bestehe demnach nicht. Zudem liege das Gebäude im Außenbereich und im Naturschutzgebiet.

Mitte Juli ist das Urteil rechtskräftig – sollte der Besitzer nicht noch Berufung einreichen. Ist dem nicht der Fall, wird ihm der Kreis dann eine weitere Beseitigungsverfügung zustellen, heißt es von Slopianka. Da das Gebäude momentan allerdings noch bewohnt ist, werde man nicht auf sofortigen Vollzug beharren, so der Kreissprecher weiter. Dem Bewohner soll die Chance gegeben werden, innerhalb der kommenden Monate eine neue Wohnung zu finden.

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