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Flüchtlingsfrage : Kreis Nordfriesland lehnt Pinnebergs Flüchtlinge ab

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Abfuhr: Der Kreis Nordfriesland möchte nicht, dass Pinneberger Flüchtlinge im Fünf-Städte-Heim wohnen. Hörnums Bürgermeister begrüßt diese Haltung. Pinneberg zeigt Unverständnis.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 05:02 Uhr

Der Landrat des Kreises Nordfriesland, Dieter Harrsen (parteilos), hat Pinnebergs Landrat Oliver Stolz (parteilos) eine Abfuhr erteilt: Der Kreis Nordfriesland will nach Informationen unserer Zeitung nicht, dass der Kreis Pinneberg Flüchtlinge im Fünf-Städte-Heim auf Sylt unterbringt. Das habe Harrsen am Montag Stolz mitgeteilt, bestätigte Pinnebergs Kreis-Sprecher Oliver Carstens. Damit schloss sich Harrsen dem Votum der Hörnumer Gemeindevertretung an, die sich in ihrer jüngsten Sitzung entschieden dagegen aussprach, Flüchtlinge aus dem Kreis Pinneberg im Fünf-Städte-Heim unterzubringen.

Dass ein Kreis Flüchtlinge in einem anderen Kreis unterbringt ist nach Aussage von Hans-Martin Slopianka, Nordfrieslands Kreis-Sprecher, noch nie vorgekommen. Die Rechtslage sei daher nicht eindeutig. „Wenn es nicht verboten ist, kann es ja erlaubt sein“, so Slopianka. Die Unterbringung der Flüchtlinge sei somit rechtlich nicht explizit verboten. Dem Kreis gehe es bei der ablehnenden Haltung aber nicht um formale Gründe: „Wir finden es inhaltlich einfach nicht sinnvoll“, sagt der Kreis-Sprecher, „man kann die Flüchtlinge ja nicht einfach in Hörnum sich selbst überlassen. Und eine gesicherte Betreuung aus Pinneberg ist in unseren Augen sehr schwer zu erfüllen.“ Es gebe bei dem Vorhaben der Pinneberger einen langen Rattenschwanz an Details, die es schwer machen, den Plan konstruktiv umzusetzen, so Slopianka.

Hörnums Bürgermeister Rolf Speth begrüßte Harrsens Haltung. „Wir nehmen hier im Ort die Flüchtlinge auf, die wir unterbringen müssen“, erklärte Speth, „aber wir haben unsere Position und sind nicht bereit, zusätzliche Asylbewerber aus Pinneberg aufzunehmen.“

In Pinneberg wurde die Abfuhr mit Unverständnis aufgenommen: „Es ist kaum zu vermitteln, dass leer stehende Räumlichkeiten nicht genutzt werden können und die Unterbringungssituation im Kreis Pinneberg sich jetzt unnötig weiter verschärft“, sagte Stolz auf Nachfrage.

Für den Verwaltungschef ungewöhnlich hart ging Stolz mit seinem Amtskollegen und den Lokalpolitikern ins Gericht: „Wir nehmen die Aussagen der Gemeinde Hörnum mit Bedauern zur Kenntnis“, so Stolz, „Kommunale Solidarität stelle ich mir anders vor, zumal es uns zunächst um eine zeitweilige Entlastung in der Winterzeit, in der die Insel nicht so intensiv bewohnt wird, ging.“

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