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Rückzug von AWO und Diakonie : Komplizierte Millionen-Verträge für Sylter Seniorenheime

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zwölf Millionen will die Gemeinde Sylt für zwei Seniorenheime zahlen – doch noch sind viele Fragen offen.

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 05:23 Uhr

Sylt | Warum hat die Gemeinde Sylt die beiden Seniorenheime am Wenningstedter Weg noch nicht gekauft? Wann müssen die Senioren umziehen? Und wollen sich nun auch die Johanniter aus der stationären Pflege auf der Insel zurück ziehen? Wenn es um die Zukunft der beiden Seniorenheime auf Sylt geht, kursieren auf der Insel zahlreiche unbeantwortete Fragen und das eine oder andere Gerücht. Eine Informationveranstaltung der Johanniter in der vergangenen Woche in der Einrichtung an der Steinmannstraße habe die Verwirrung auch nicht gelindert, heißt es von Besuchern: „Es hieß, man könne nichts zu den Plänen sagen, weil man selbst nichts Genaues wisse“, berichtet Ulrike Körbs, die als Betreuerin in den Seniorenheimen arbeitet. „Die Stimmung bei den Bewohnern und ihren Angehörigen ist momentan sehr schlecht.“

Ende November klang alles noch recht einfach: Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Diakonie wollen ihre Seniorenheime auf Sylt aufgeben. Sie überlegten, die Gebäude an einen inselbekannten Investor zu verkaufen. Davon bekam die Gemeinde Sylt Wind. Um sicherzustellen, dass die Zahl der bezahlbaren stationären Pflegeplätze nicht vollkommen einbricht, erklärt sich die Politik bereit, die beiden Gebäude der AWO und der Diakonie für insgesamt rund zwölf Millionen Euro abzukaufen. Die stationäre Pflege soll künftig nur noch im Wenningstedter Weg stattfinden – betrieben von den Johannitern.

Als die Geschäftsführer der beteiligten caritativen Einrichtungen und Vertreter der Gemeinde Sylt diese Pläne Ende November verkündeten, hatte es den Anschein, als sei das Unterzeichnen der nötigen Verträge nur noch eine reine Formsache. Doch auch zwei Monate später ist der Kauf der Seniorenheime durch die Gemeinde noch nicht getätigt: „Die Kaufverträge sind noch in Arbeit“, sagt Bürgermeisterin Petra Reiber, „das ist alles ein bisschen komplizierter.“

Hat sich die Gemeinde mit dem ehrgeizigen Projekt eventuell überhoben? „Nein“, findet Eberhard Eberle, „überhoben hat sie sich nicht. Aber natürlich ist das, was wir vorhaben, absolutes Neuland. Welche Gemeinde übernimmt schon zwei Seniorenheime?“ Auch wenn momentan noch gar nicht klar ist, wann der Kauf über die Bühne geht und wann die Senioren von der Steinmannstraße in den Wenningstedter Weg ziehen sollen, betont Eberle als Vorsitzender des Sozialausschusses, dass das Projekt von der Politik sorgsam begleitet wird. Ein an den Sozialausschuss angegliederter Beirat soll nicht nur dafür sorgen, dass der Umzug angenehm verläuft, sondern auch ein Konzept mitentwickeln, welche Betreuungsformen künftig angeboten werden sollen.

Neben der Unsicherheit über die Zukunft der Pflegeplätze geht auf der Insel das Gerücht um, dass sich nun auch die Johanniter auf Sylt aus der stationären Pflege zurück ziehen wollen. Aus der Berliner Zentrale wird dies nicht bestätigt: „Die Johanniter wollen weiterhin die stationäre Pflege auf Sylt betreiben und erarbeiten dafür gemeinsam mit der Gemeinde Konzepte“, schreibt eine Sprecherin auf die Anfrage der Sylter Rundschau. Wann diese Konzepte umgesetzt werden können, dass scheint momentan noch unklar.

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