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Gourmet Festival Sylt : Kochen bis die Sterne funkeln

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Kochen, staunen, genießen: Am Sonntagabend feierten 180 Gäste das Finale des elften Gourmet- und Genuss-Festivals im Kaamp Hüs.

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erstellt am 26.Jan.2010 | 05:24 Uhr

kampen | Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan. Das gilt nicht für die Gäste des Gourmet Festival auf Sylt. Nein, das gilt für die Örtlichkeit. Der eigentlich so "spießige" Saal des Kaamp Hüs zeigte sich am Sonntagabend beim Finale des Gourmet- und Genuss-Festivals von seiner schönsten und bis dahin völlig unbekannten Seite. Verantwortlich dafür waren Claudia Reichelt vom Sölring Hof und die Hamburger Designerin Karen Ochsmann. "Dank harter Arbeit haben wir den Saal dem Anlass angemessen verwandeln können", sagte Reichelt erleichtert, denn Skepsis war da gewesen. Doch davon merkten die rund 180 Gäste, davon zirka 20 Prozent Sylter - bei der so genannten Küchenparty nichts mehr. Bei einem Glas Champagner vorneweg, Kaviar in Dosen und erlesenen Weinen und Speisen schlemmten sie sich durch die Nacht - und strahlten am Ende des langen Abends mit den Sternen des Sylter Winterhimmels um die Wette.

Bereits zum elften Mal luden die fünf Spitzengastronome Holger Bodendorf, Franz Ganser, Johannes King, Pius Regli und Detlef Tappe Europas beste Köche und Winzer nach Sylt. Und wieder setzten die "Fünf Freunde" mit ihrer Veranstaltung besondere kulinarische Glanzpunkte.
Schön, aber: "Irre anstrengend"
Außerordentlich aufregend war der Abend für eine Düsseldorferin. Christine Kramer durfte gemeinsam mit Holger Bodendorf und Felix Eppisser am Herd stehen und die erlesenen Kreationen wie gebratener Seeteufel mit Haselnüssen, Artischocken, Feldsalat und Ahornsirupmarinade kreieren. "Ich habe den Kochabend zum 40. Geburtstag geschenkt bekommen", sagte sie und übte vor dem großen Ansturm sogleich noch ein wenig. Am Ende des Abends lag ein Strahlen auf ihrem Gesicht. "Schön war es. Aber auch irre anstrengend."

Der jüngste Gast des Festivals war Nastasja Krück aus Hörnum. Doch die Zehnjährige schlemmte schon wie die Großen. "Am liebsten mag ich den Fisch", erzählte sie und stellte sich ganz selbstverständlich in die Schlange der Genießer.

Eine Frage dominierte den Abend: "Wo hat der Festival-Präsident Detlef Tappe bloß sein blaues Auge her?" Eine Antwort gab es nicht, doch die Spekulationen reichten weit. Selbst Winnie von der Winnie Appelt Band sang zu späterer Stunde: "Beim nächsten Mal Detlef musst du die Deckung etwas höher nehmen..."
Nebenbei die Gerichte der anderen Köche probiert
Bei den guten Tropfen und der anfangs dezenten und später mitreißenden Musik kam schnell Stimmung auf: Das fanden auch Katrin Wittfeld (34) und Jörg Schors (35). Die Aachener genießen es schon seit Jahren, ihren Gaumen mit den feinsten Kreationen zu verwöhnen. "Die Reise hat sich gelohnt. Auch wenn man nach den vier Tagen ganz schön geschafft ist", sagte Wittfeld. Ähnlich positiv äußerte sich die Hamburgerin Maren Ellerbrock. "Hier stimmt einfach alles."

Und auch die Gast-Köche waren zufrieden. "Eine tolle Zeit geht zu Ende", sagte Felix Eppisser. Von der Insel, die er aus früheren Urlauben kennt, hat er in diesen Tagen wenig gesehen. Doch das mache nichts. Ob er nach der ganzen Kocherei Hunger habe? "Nein, wir werden hier sehr gut versorgt und probieren nebenbei die Gerichte der anderen Köche." Gastgeber Pius Regli war ebenso begeistert und dankte in seiner kurzweiligen Rede allen Gästen wie Mitwirkenden.

Und auch wenn es heiß her ging: Andreas Petersen von der Freiwilligen Feuerwehr Kampen hatte nichts zu tun - außer zu genießen. "Meine Anwesenheit ist reine Vorsicht."

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