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Sylter Koch : „Koch des Jahres“ - Mann von der Insel steht im Finale

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Um die Wette: Sven Pietschmann, zweiter Küchenchef im Restaurant Fährhaus, nimmt am Wettbewerb „Koch des Jahres“ teil. Am 12. Oktober geht es zum Finale nach Köln.

Alleine die Wörter lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen: Halbgebeizte Fjordforelle, gebratener Rehrücken unter Malzbrot-Knusperhaube und Délice (das ist ein kleines Küchlein) von Himbeeren, Vanille und Veilchen. Mit diesem kreativen Menü hat Sven Pietschmann aus dem Restaurant Fährhaus Sylt es geschafft. Der 29-Jährige steht zusammen mit acht weiteren Köchen am 12. Oktober im Finale zum „Koch des Jahres“ auf der Anuga, der weltgrößte Fachmesse der Ernährungswirtschaft und Nahrungsmittelindustrie in Köln.

Der renommierte Wettbewerb richtet sich an Profi-Köche aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Aus über 400 Bewerbern wurden Vorfinalisten anhand ihrer vorher kreierten Menüs ausgewählt, die in vier Vorentscheiden gegeneinander antraten. Eine Jury bestehend aus internationalen Sterneköchen kürte das beste Drei-Gang-Menü, das in sechsfacher Ausführung in fünf Stunden zubereitet werden musste. Und Pietschmann überzeugte auf ganzer Linie: Aus dem Halbfinale in Hamburg ging er als Erstplatzierter hervor.

Der gebürtige Magdeburger ist seit fünf Jahren in dem Sylter Zwei-Sterne-Restaurant beschäftigt, seit eineinhalb Jahren als zweiter Küchenchef unter Alexandro Pape. Dass er sich bei dem Koch-Wettbewerb überhaupt angemeldet hat, war nach eigener Aussage eine Hau-Ruck-Aktion. „Ein Kollege hatte mich mal gefragt, ob ich da mitmachen möchte“, erzählt der gebürtige Magdeburger, „es hat dann aber noch ein Jahr und einen weiteren Wettbewerb gedauert, bis ich einfach mal ins Blaue hinein drei Rezepte zusammengeschrieben, sie gekocht, fotografiert und abgeschickt habe.“

Mit diesen Vorbereitungen hat der Meisterkoch ganze drei Wochen vor Einsendeschluss begonnen. Keine lange Zeit wenn man bedenkt, dass er hauptberuflich noch in einem sehr zeitintensiven Beruf arbeitet. „Irgendwie habe ich es geschafft, das nebenbei zu erledigen“, sagt er stolz. „Im Halbfinale war es dann aber doch ziemlich knapp und die Konkurrenz sehr stark. Daher habe ich auch gar nicht damit gerechnet, den ersten Platz zu machen.“

Nun fahre er voll motiviert zum großen Finale nach Köln, wo er ein in den vergangenen Wochen neu kreiertes Menü in einer Show-Küche vor den Augen zahlreicher Schaulustiger kochen muss. Nach den gleichen Vorgaben wie im Halbfinale. Sein Küchenchef Alexandro Pape hat aber größtes Vertrauen in seinen Schützling. Auch von dem neuen Menü, das natürlich bis zum Finale streng geheim bleiben muss, ist Pape begeistert. „Sven reduziert sich auf den Geschmack, ganz ohne Schnickschnack. Und das ist sein Erfolgsrezept“, so der Küchenchef, „Er hat auch in seinem ersten Menü nicht überlegt, ob es den Sterneköchen, sondern ob es dem Gast im Fährhaus schmecken würde.“

Für den Final-Tag wird das Restaurant in Munkmarsch für einen Tag geschlossen, denn die gesamte Küchen-Crew fährt zum Wettbewerb nach Köln um ihren Kollegen zu unterstützen. Aber auch, wenn Pietschmann nicht den Titel und die 12  000 Euro Preisgeld mit nach Sylt bringt, sei das laut Pape kein Drama: „Wir wissen ganz genau, wen wir da in unserer Küche haben und sind so oder so stolz auf ihn.“

 

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erstellt am 16.Sep.2015 | 05:41 Uhr

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