Bauernverband : Knick-Konflikt: Die Fronten sind verhärtet

"Sachlich nicht nachvollziehbar": Der Knickschutz in Schleswig-Holstein droht zum ernsten Konflikt zwischen der Landesregierung und dem Bauernverband zu werden.

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24. Januar 2013, 09:10 Uhr

Berlin | Gegenüber unserer Redaktion auf der Grünen Woche in Berlin erklärte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne): "Mehr als darüber reden, wie die Positionen sind, geht hier nicht." Er halte aus fachlichen Gesichtspunkten seinen Vorschlag für so durchdacht, dass er für die Landwirte tolerabel ist.
Bauernverbands-Vizepräsident Klaus-Peter Lucht widerspricht: "Diesen Vorschlag können wir nicht tolerieren. Wir sind der Meinung, dass es sachlich nicht nachvollziehbar ist, 50 Zentimeter Randstreifen zu lassen. Dadurch wird der Knick nicht wertvoller." Seit Jahrhunderten pflegten die Bauern die Knicks, setzten sie alle zehn Jahre auf den Stock und pflegten den Wall, damit er ein Wall bleibe. "Wenn Knicks nicht gepflegt werden, verschwindet auch die Artenvielfalt. Wir Bauern bestehen darauf, dass wir uneingeschränkt unser Eigentum nutzen können." Die Bauern seien darauf angewiesen, ihre Einkommen auf ihren Flächen zu erwirtschaften, damit weiterhin eine funktionierende Landwirtschaft im Norden existiere. Kleine und mittel große Familienbetriebe seien von den Plänen der Landesregierung besonders betroffen.
Habeck bestreitet, dass den Bauern die von ihnen errechnete Fläche von 5000 Hektar verloren geht, unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass die Hälfte der Fläche Grünland sei, für das sich nichts ändere. Es werde zwar einen gewissen Verlust geben, der aber auf einer schwachen Fläche liege. Durch breitere Knicks ergebe sich ein Gewinn bei Erosion und Windschutz. Im übrigen erhielten die Bauern für Knicks seit 2005 Geld. "Wir werden da nicht zusammenkommen, der Bauernverband und ich. Aber ich glaube, dass die Diskussion, die emotional geführt wird, für mich hinnehmbar sein wird." Lucht dagegen sagt, den Bauern wäre es viel wichtiger, auf freiwilliger Basis Umweltmaßnahmen anzubieten, um damit Artenvielfalt und Biodiversität zu steigern.

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