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Böller-Verbot : Knaller-Fragen zum Silvester auf Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Sylter Rundschau hat nachgefragt: Wie sieht’s dieses Jahr auf der Insel in Sachen Feuerwerk aus? Das Ergebnis: Strenges Böller-Verbot

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Verwirrung auf Sylt: Nachdem das Feuerwerksverbot auf der Insel über 30 Jahre aufrecht erhalten worden war – und sich viele Raketen-Begeisterte ebenso lange darüber hinweg gesetzt hatten – gab es im vergangenen Jahr eine Sonderregel: Es durfte in bestimmten Zonen geböllert werden. Diese Regel wurde dann wegen des Windes kurzfristig wieder ausgesetzt. Und dieses Jahr? Die Sylter Rundschau beantwortet die acht wichtigsten Fragen zum Thema.

 

Was darf ich dieses Silvester abfackeln?

Wenig. In diesem Jahr ist es auf der ganzen Insel verboten, Feuerwerk der Klasse II abzubrennen. Nicht erlaubt ist praktisch alles, was nach oben fliegt: Raketen, Vulkane, Fontänen, Feuertöpfe und Römische Lichter.

 

Warum ist Böllern auf Sylt verboten?

Brennende Raketen stellen eine große Gefahr für die vielen reetgedeckten Häuser dar. Das Verbot gilt aber auch außerhalb der Ortschaften und am Strand, weil der Wind die Raketen auch zu auf den ersten Blick nicht sichtbaren Gebäuden tragen kann. Zusätzlich ist das Feuerwerk überall dort gefährlich, wo sich große Menschenmengen aufhalten – also vor allem an der Westerländer Promenade. „Dort feiern tausende von Menschenund wenn die Raketen unkontrolliert in die Menge geworfen werden, kann das schnell zu Verletzungen führen“, so Jörg Elias, Veranstaltungsleiter vom Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS).

 

Gibt es ein offizielles Feuerwerk?

Das einzige legale Feuerwerk gibt es in diesem Jahr um Mitternacht am Hörnumer Hafen.

 

Wie reagieren die Kaufleute auf das Verbot? Gibt es in diesem Jahr Raketen auf der Insel zu kaufen?

Alle großen Kaufhäuser und Supermärkte der Insel verzichten in diesem Jahr darauf, Feuerwerk zu verkaufen. Im vergangenen Jahr hatten Aldi und H.B. Jensen sich noch dafür entschieden. In diesem Jahr erklärte Oliver Boettiger, Geschäftsführer bei H.B. Jensen, man werde keine Raketen anbieten. „Das käme auch bei den Syltern sehr schlecht an.“ Laut Gaby Gotthard wird auch Aldi in diesem Jahr kein Feuerwerk verkaufen. Lediglich einige kleine Geschäfte wollen ihre Raketen-Restbestände aus dem letzten Jahr noch an den Mann bringen.

 

Die letzten 30 Jahre lang war Feuerwerk auf Sylt verboten, dann gab es im letzten Jahr „Böller-Zonen“, in denen Feuerwerk erlaubt war und jetzt ist es wieder komplett verboten – warum dieses Hin und Her?

„Das Feuerwerks-Verbot ist nie wirklich eingehalten worden. Aber es wurde gerade in Westerland in den letzten Jahren immer mehr geböllert. Das wurde einfach zu gefährlich, deshalb haben wir versucht, das durch Zonen dorthin zu verlagern, wo weniger passieren kann“, erklärt Ordnungsamts-Leiterin Gabriele Gotthard. Dann aber drehte der Wind in Süd-West-Richtung und einige reetgedeckte Häuser waren gefährdet. Deshalb lässt man die Böllerei dieses Jahr lieber ganz.

 

Wie wird das Abbrennverbot kontrolliert?

Daran, dass durch ein Abbrennverbot niemand mehr Raketen zünden wird, glaubt keiner. „Niemand will Taschenkontrollen oder Ähnliches - das würde auch dem Image dieser Insel nicht gut tun“, erklärt Gotthard. Wenn die Polizei oder Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes jemanden beim Böllern erwischen, können Bußgelder in Höhe von bis zu 500 000 Euro verhängt werden. „Um Mitternacht aber kann keiner durch die Menge an der Westerländer Promenade gehen und Strafen verteilen. Da stehen tausende von Menschen, man kann nicht einige bestrafen und andere nicht“, so Gotthard. Jörg Elias hält aus diesem Grund wenig vom Böller-Verbot: „Ich weiß nicht, wie wir das umsetzen wollen. Da bräuchte man eine Armada aus Polizisten und Sicherheitskräften. Besser wäre es gewesen, das Böllern wieder an bestimmten Bereichen am Strand zu erlauben.“

 

Woher sollen die Touristen wissen, dass Böllern auf Sylt verboten ist?

„Wir informieren am Autozug, wir plakatieren die Informationen, veröffentlichen sie auf der Homepage und im Gastgeberverzeichnis, so dass es letztlich jedem bekannt sein müsste“, sagt die Leiterin des Ordnungsamts.

 

Warum stehen auf einmal so große Bauzäune auf der Westerländer Promenade?

Erstmals gibt es ein Sicherheitskonzept für die Westerländer Promenade. Dazu gehört auch, dass die mittlere Promenade abgesperrt wurde. So soll verhindert werden, dass Silvester Flaschen auf die untere Promenade geworfen werden können. Außerdem gibt es einen zehnköpfigen Sicherheitsdienst, der deeskalierend wirken und um Verständnis werben soll.

 

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