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Gutes Polster : KLM entlastet neue Großgemeinde: Fünf Jahre kein Verlustausgleich

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Die Vorbereitungen für die Gemeindefusion zum 1. Januar laufen auf Hochtouren. Vergangene Woche hat das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) der Stadt den Wirtschaftsplan 2009 vorgelegt. Die Übernahme der Gebäude von Sylt-Ost und Rantum wird kostenneutral erfolgen. Aufgrund der Gewinne der letzten Jahre wird der Betrieb auch die nächsten Jahre ohne Verlustausgleich der Großgemeinde auskommen.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2008 | 10:41 Uhr

Westerland | Nachdem das Wirtschaftsjahr 2007 mit einem Gewinn von 727 000 Euro abgeschlossen wurde und auch am Ende dieses Jahres ein positives Ergebnis stehen wird, geht der Eigenbetrieb KLM mit einem Polster von rund zwei Millionen Euro in die Fusion der Stadt mit ihren Nachbargemeinden Sylt-Ost und Rantum - resultierend vor allem aus den Hausverkäufen (auf Erbpachtbasis) in Marine- und Seedeichsiedlung. Bei der KLM-Gründung vor sieben Jahren war man bei der Stadt noch von einem jährlichen Unterschuss in Höhe von 400 000 Euro ausgegangen.
Komfortable Situation

"Es war eine gute Entscheidung, KLM zu gründen, da es wider Erwarten Gewinne macht und somit auch nach der Fusion auf eigenen Füßen stehen kann", freute sich Bürgermeisterin Petra Reiber bei der Beratung im Wohnungsbauausschuss der Stadt. Auch Joachim Schweitzer, kaufmännischer Betriebsleiter, verwies auf die "sehr komfortable Situation", dass KLM wegen seiner Rücklagen die neue Großgemeinde in den nächsten Jahre nicht durch Verlustausgleiche belasten werde. "Selbst wenn wir die angenommenen 400 000 Euro Verlust machen, würde der bisherige Gewinn ausreichen, um fünf Jahre ohne Zuzahlung der Gemeinde auszukommen", so Schweitzer.

Die Übernahme von drei Sylt-Oster Wohnobjekten in das Anlagevermögen sowie die Verwaltung von weiteren 14 hoheitlichen Gebäuden (Schulen, Feuerwehr u.ä.) geschieht für den Betrieb kostenneutral. Die Bilanzsumme wird sich 2009 um zehn auf dann 91 Millionen Euro erhöhen, die Verschuldung von 45,4 auf 47,6 Millionen. Der Wirtschaftsplan 2009 geht von einem Unterschuss von 214 000 Euro aus, da derzeit keine weiteren Verkäufe absehbar sind.
Liste wird angefertigt

Für Diskussion im Ausschuss sorgte die Liste mit den Liegenschaften, die KLM von den Fusionspartnern übernehmen wird. Die Westerländer Politiker vermissten darin etliche Objekte wie beispielsweise das Keitumer Lehrerhaus, das Muasem-Hüs und andere. Bei den betreffenden Gebäuden handelt es sich um Liegenschaften, die entweder keinen Wohn- oder hoheitlichen Zwecken dienen, die im Eigentum der Tourismusbetriebe sind, oder deren Verkauf bereits beschlossen ist, so die Begründung der KLM-Betriebsleitung. Auch der Fliegerhorst fehlt, da er laut Kaufvertrag in drei Jahren abgerissen werden muss.

Um der Politik - unabhängig vom eigenen Geschäftsfeld - einen vollständigen Überblick über die Liegenschaften der neuen Großgemeinde zu bieten, wird KLM eine entsprechende Liste anfertigen. "So eine Gesamtaufstellung wäre hilfreich, falls sich die neue Vertretung Gedanken machen will, ob sie beispielsweise die Sporthalle am Fliegerhorst erhalten will", plädierte auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard für eine möglichst transparente Aufstellung der Liegenschaften.

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