Kleine Schritte zur Sylter E-Mobilität

Kooperation für Sylter  E-Mobilität:  Wer sich ein E-Auto bei Sven Paulsens (2. v.l.) Firma   Sylt Car mietet, der kann bei Jürgen Gosch (l.)  in Wenningstedt frei parken.Daneben  Nissan Direktor Olievier Ferry (M.) , Dirk Dressler (e8energy) und Ralf Fröse (Blechtrommel Marketing).
Kooperation für Sylter E-Mobilität: Wer sich ein E-Auto bei Sven Paulsens (2. v.l.) Firma Sylt Car mietet, der kann bei Jürgen Gosch (l.) in Wenningstedt frei parken.Daneben Nissan Direktor Olievier Ferry (M.) , Dirk Dressler (e8energy) und Ralf Fröse (Blechtrommel Marketing).

Einführung von emissionsarmen Automobilen auf Sylt kommt nur langsam voran / Vermieter Sylt Car stellt 20 Elektroautos in Dienst

shz.de von
14. Mai 2013, 03:59 Uhr

Sylt | Während die erneuerbaren Energien mit Windrädern und Photovoltaikanlagen einen sichtbaren Siegeszug angetreten haben, ist der große Sprung für die E-Mobilität bislang ausgeblieben. Auch auf Sylt gehören die elektrobetriebenen Pkw noch nicht zum Insel-Alltag. Sven Paulsen (Adler Schiffe, SVG und Sylt Car) will nun zumindest die kommerziellen Nutzung von Elektro-Automobilen auf der Insel vorantreiben. Paulsen hat jetzt 20 Elektro-Pkw der Marke Nissan Leafs in den Fuhrpark von Sylt Car aufgenommen.

Wie auf dem Festland bremsen auch auf Sylt eine Reihe, meist technische Probleme den emissionsfreien Verkehr. Es fehlt bisher eine ausreichende, leistungsfähige und wirtschaftliche Infrastruktur zur Energieversorgung von Elektrofahrzeugen. Auch die Batterietechnik setzt den Herstellern noch enge Grenzen. Auf der Suche nach Strom können Elektromobilisten auf Sylt bisher fünf unterschiedliche Ladestationen ansteuern. "Wir planen drei neue Ladestationen in Hörnum, Westerland und an der Sansibar", erklärt dazu EVS-Vertriebsleiter Andreas Lindacher. Auf Ausbau setzt auch Dirk Dressler vom Hamburger Unternehmen e8energy, der zweite Anbieter auf der Insel: "Wir wollen insgesamt acht Stationen auf der Insel installieren."

Solche privatwirtschaftlichen Initiativen seien nicht genug, um das grüne Potenzial der Insel weiter auszuschöpfen, findet der Leiter des Lister Erlebniszentrums Naturgewalten, Dr. Matthias Strasser: "Elektromobiltät steckt auf Sylt noch in den Kinderschuhen." Obwohl die Verfasser des Klimaschutzkonzeptes Sylt bereits im Jahr 2011, der Insel ein "enormes Aufholpotenzial" attestierten und den Verantwortlichen einen Ausbau der werbewirksamen E-Mobilität empfahlen, ist die Zahl der Elektroautos auf Sylt seither nicht signifikant gestiegen.

Also was hemmt die Entwicklung neben den technischen Hürden? "Mit Renault ist uns erst kürzlich ein passender Partner abhanden gekommen, der die Gemeinde mit günstigen Elektro-Pkw hätte ausstatten können, berichtet Moritz Luft, Chef der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG). Kurzfristig hätte sich die "Pariser Zentrale" gegen eine Zusammenarbeit entschieden. Trotzdem arbeiten die Marketingstrategen weiter an einer "größeren Lösung", die die Insel flächendeckend und einheitlich mit E-Mobilität überziehen soll.

"Mittlerweile sind wir in guten Gesprächen mit VW." Ziel der Zusammenarbeit sei es den Fuhrpark der Gemeinde mit emissionsarmen Hybridwagen (fahren mit Strom und Benzen) auszustatten. Damit eine umfassende Lösung gelingen kann, plädiert Moritz Luft für weitere Gespräche zwischen Landschaftszweckverband, Unternehmen und Politik, um die umweltverträglichen Mobile auch für Touristen zugänglich zu machen. "Sylt soll nachhaltiger werden statt nur ein Promotion-Standort zu sein."

Dass Sylt ein idealer Standort für Markenplatzierung im Bereich der E-Mobilität ist - kaum Höhenunterschiede und kurze Wege - gibt Nissan-Verkaufschef Olivier Ferry unumwunden zu: "Als Marktführer im Segment sehen wir das Potenzial hier vor Ort." Das Unternehmen hat weltweit bisher rund 58 000 Elektroautos verkauft. Unternehmer und Sylt Car-Betreiber Sven Paulsen sieht in der Vermietung der Elektro-Autos einen Vorteil für die Insel: "Wir werben unter den Touristen schon jetzt für das umweltverträgliche Fortbewegungsmittel."

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