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Kleine Insel, große Fische – ein Lister mit Fernweh

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserem Adventskalender zeigt heute Bürgermeister Ronald Benck, was er gerne liest

von
erstellt am 03.Dez.2016 | 05:24 Uhr

Für den diesjährigen Adventskalender öffnen wir gemeinsam mit unserem goldenen Hirschen für Sie die Türen von Insulanern und schauen auf Nachttische und in Bücherschränke: Bis Weihnachten stellen wir jeden Tag ein Lieblingsbuch eines Menschen dieser Insel und seine Geschichte dazu vor. Heute: Der Lister Bürgermeister Ronald Benck.

„Mein Lieblingsbuch ist gerade erst erschienen und dreht sich um mein liebstes Hobby – das Fliegenfischen. Herausgeber Peter McLeod hat in ‚GT – a Flyfisher’s Guide to Giant Trevally‘ alles zusammengestellt, was man über den Giant Trevally wissen muss, eine große Makrelenart, die in tropischen Gewässern zuhause ist. Im ersten Teil geht es um die Spezies und das Fliegenfischen, dann erzählen Experten von ihren Erlebnissen mit dem ‚GT‘. Ein Bericht handelt von der Seychellen-Insel Alphonse Island im indischen Ozean, wo ich selber schon Fische gefangen habe.

Fliegenfischen – das ist mittlerweile so beliebt wie das Golfen. Die Fliege ist dabei der Köder, heute meistens ein Strauß bunter Federn oder Kunststoff, daran ein Haken. Aber ohne einen Widerhaken, denn der Fisch soll unverletzt wieder ins Wasser ausgesetzt werden. Anders als beim Kochtopfangeln geht es nur um den Sport und die Natur – nach dem Motto „Catch and Release“ (Fangen und Freilassen). Falls sich doch ein Fisch tödlich verletzten sollte, wird er mit einer Zeremonie am Strand beerdigt.

Zu meinen Hobbys gehört alles, was mit Meer zu tun hat – und so kam ich vor gut 15 Jahren zum Fliegenfischen. Erst auf Sylt, dann an der Ostsee. Früher sind wir zweimal die Woche an die Flensburger Förde gefahren, aber als Bürgermeister habe ich das noch kein einziges Mal geschafft.

Ein Freund aus Hannover schlug vor, zum Fischen auf die Seychellen zu fliegen – ein fantastischer Inselstaat im indischen Ozean. Von der Hauptinsel Mahé ging es mit einem Kleinflugzeug weiter nach Alphonse Island, ein kleines Atoll mit fünfzig Bewohnern, zwölf Touristen und einer Landschaft, wie man sich den Dschungel vorstellt. Keine Autos, nur Fahrräder. Die größte Gefahr ist, von einer Kokosnuss erschlagen zu werden.

Zum Fliegenfischen fährt man morgens raus, gleich nach Sonnenaufgang, und watet dann kilometerweit durch das warme, hüfthohe Wasser. Die großen Fische bemerken den Köder schon aus fünfzig Metern Entfernung, dann sieht man sie herannahen, und in Sekundenschnelle schießt das Biest aus dem schäumenden Wasser hoch. Das sind bleibende Eindrücke – die Artenvielfalt im indischen Ozean, das türkisfarbene Wasser, die Korallen. Im Februar geht’s wieder los.“


Ronald Benck empfiehlt: Peter McLeod, „GT – a Flyfisher’s Guide to Giant Trevally“.

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