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Küstenschutz : Kleine Gräben zum Schutze Morsums

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Salzwiesen vor dem Deichfuß in Morsum stehen unter Wasser. Im schlimmsten Fall könnte das zum Deichbruch führen.

Vor dem Deichfuß in Morsum steht Wasser in den Salzwiesen. Nichts ungewöhnliches, aber wenn das Wasser dort nicht abfließen kann, weicht es im Laufe der Zeit den Deichfuß auf, was im Fall einer Sturmflut mit anschließendem Deichbruch schlimme Folgen für die Insel haben kann.

Von diesem Szenario sind wir weit entfernt, erklärt Alfred Mordhorst, Baubetriebsleiter beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Er habe keine Bauchschmerzen, wenn er an die Situation in Morsum denke – im Gegensatz zum Morsumer Alfred Bartling, der im Küstenschutzausschuss scharfe Worte fand für den Zustand des Deichs. „Es muss endlich was passieren. Wann können wir wieder hinter dem Deich geschützt wohnen?“

Alfred Mordhorst erwidert auf Nachfrage der Sylter Rundschau, dass der Deich seine Schutzfunktion jederzeit in den vergangenen Jahren ausgeübt habe. „Nehmen wir die beiden schweren Stürme Xaver und Christian im letzten Winter. Da stand das Wasser hoch am Deich, wir hatten aber keinerlei Schäden zu verzeichnen.“

Er stimmt der Aussage Bartlings zu, dass die bisher erfolgten Arbeiten zur Entwässerung des Vorlandes im letzten Jahr umständehalber nur in Teilbereichen ausgeführt wurden. „Unser Schlepper mit der Grüppenfräse konnte in dem extrem weichen Teil des Vorlandes nicht weiterarbeiten und hat sich dort beim grüppen festgefahren und es sind extrem breite Spuren entstanden.“ Der Bereich sei durch Regenfälle sehr nass gewesen. Dazu kam, dass der Bewuchs dort sehr hoch sei und die Maschine nur schwer durchkomme.

Mit Hinblick auf den Naturschutz – für den laut LKN-Sprecher Dr. Hendrik Brunckhorst dieser Bereich der Nehrung eine Besonderheit im Küstenvorland ist – weist Alfred Mordhorst darauf hin, dass keinesfalls geplant sei, zwei Meter breite Gräben zu ziehen. „Wir sprechen von Grüppen die zirka 30 Zentimeter breit und 40 bis 60 Zentimeter tief sind.“ Für die Entwässerung des Deichfußes reiche das völlig aus. Die kleinen Gräben sollen ja lediglich das Wasser vom Deich weg zur See führen und dienen nicht der Landgewinnung. Für letzteres seien breite Gräben nötig.

Einen Nachteil haben die kleinen Furchen: Ein wenig Erde verstopft den Ablauf sofort. Aber dieser werde in Kauf genommen, da es nicht nur einen schmalen Graben geben werde, sondern mehrere. Für die zweite Augustwoche sind im Augenblick die Arbeiten in Morsum terminiert, so der Küstenschutzfachmann. Sollte es aufgrund der Witterung schwierig werden mit dem Einsatz von Maschinen, „kommen wir mit Spaten und grüppen von Hand. Aber fest steht, diesen Sommer wird in Morsum gegrüppt.“

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erstellt am 20.Mai.2014 | 05:51 Uhr

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