Tastmodell auf Sylt : "Klein-Westerland" zum Anfassen

Am neuen Tastmodell wird sich künftig auch ablesen lassen, welche Orte für die Besucher am interessantesten sind – die werden durch die vielen Berührungen nämlich langsam golden.
Am neuen Tastmodell wird sich künftig auch ablesen lassen, welche Orte für die Besucher am interessantesten sind – die werden durch die vielen Berührungen nämlich langsam golden.

Westerland im Maßstab 1:500: Seit Freitag steht vor dem Westerländer Rathaus ein Bronze-Modell des Stadtzentrums.

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21. Juni 2014, 06:00 Uhr

Es wirkt wie eine Mischung aus Spielzeuglandschaft und Suchbild, ist aber viel mehr: Am Freitagnachmittag wurde im Park vor dem Westerländer Rathaus feierlich ein Blindentastmodell enthüllt, das das Westerländer Zentrum im Maßstab 1:500 in Goldbronze darstellt. Für Sehende erschließt das Kunstwerk den Inselort aus einer neuen Perspektive, Menschen mit Sehbehinderungen kann es helfen, „die Stadt wortwörtlich zu begreifen“, wie Initiatorin Silke von Bremen sagte.

Angefertigt wurde das detailreiche Modell vom Bildhauer Egbert Broerken und seinem Sohn Felix in einem äußerst aufwendigen Wachsausschmelzverfahren. Dadurch können Feinheiten, wie beispielsweise Dachgauben, viel deutlicher dargestellt werden“, erklärte der Bildhauer vor rund 50 Besuchern, die das neue Modell bestaunten und natürlich auch gleich anfassten.

Viel Lob für das Projekt gab es von Bürgervorsteher Peter Schnittgard und der stellvertretenden Ortsbeiratsvorsitzenden Ulla Lunk-Lorek: „Wenn wir so ein Modell schon vor 50 Jahren vor dem Rathaus stehen gehabt hätten, sähe Westerland heute vielleicht viel hübscher aus“, sagte Lunk-Lorek, die damit einen weiteren Pluspunkt des „Klein-Westerlands“ herausstellte: Vom Kurzentrum, das in Bronze geradezu zierlich wirkt, bis zum Bahnhof lässt sich hieran auch die Geschichte der Ortsgestaltung nachverfolgen. Sie kritisierte lediglich, dass es für Sehbehinderte schwierig werden könnte, an das Modell heranzukommen: Es ist nur über eine schlecht sichtbare Stufe zu erreichen. Silke von Bremen dankte den vielen Spendern, die die Aktion erst möglich gemacht haben und kündigte schon ein Nachfolgemodell an: Alt-Westerland, das in der Nähe von St. Niels aufgestellt werden könnte.

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