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Ostern 2017 auf Sylt : Klassik, Krawall und Kunsthandwerk

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Osterwochenende lockten zahlreiche Veranstaltungen Sylter und Gäste in die Inselorte. Die Polizei zieht insgesamt eine positive Bilanz

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2017 | 04:50 Uhr

Eierlaufen, klassische Konzerte und Osterfeuer: In den vergangenen Tagen konnten Sylter und Urlauber auf der Insel so einiges erleben. Und (fast) immer spielte dabei auch das Wetter mit. Nur die Besucher des Osterfeuers in Hörnum und die vielen kleinen Teilnehmer beim Ostereierlauf in Kampen wurden kurzzeitig aus den aufziehenden Wolken nass gemacht. Aber ganz typisch für den Monat April waren die Schauer nie von langer Dauer.


Polizei verzeichnete 64 Einsätze

Beim Hörnumer Osterfeuer war trotz einiger Schauer die Stimmung gut und nahe der Flammen wurde geschnackt, getrunken und zur Musik der Band Westwind getanzt.
Beim Hörnumer Osterfeuer war trotz einiger Schauer die Stimmung gut und nahe der Flammen wurde geschnackt, getrunken und zur Musik der Band Westwind getanzt. Foto: Nieß

 

Tausende Menschen waren auf den Sylter Straßen zu Fuß, mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs – und wo viele Menschen sind, hat erfahrungsgemäß auch die Polizei mehr zu tun: Die Sylter Beamten verzeichneten von Karfreitag bis Montag Mittag insgesamt 64 Einsätze. „Für uns war das für ein Osterwochenende eher ruhig und ein entspannt“, so ein Sprecher der Polizei gegenüber der   Sylter Rundschau. Eine Serie von Sachbeschädigungen mache den Beamten allerdings Sorgen: Bereits seit der Nacht von Mittwoch, 12. April, bis gestern, 17. April, seien bei der Polizei 14 Anzeigen wegen absichtlichen Beschädigungen an Autos eingegangen. „Wir haben alleine 13 Fälle in der Westerländer Bomhoffstraße und einen in der Johann-Möller-Straße“, so der Sprecher der Polizei. Es handele sich demnach um starke Lackzerkratzungen. „Da sind enorme Schäden entstanden, das war Vandalismus pur“, so der Polizist. Nun hofft die Polizei auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung unter der Telefonnummer 04651−70470.

Abschiedskonzert: Am Karfreitag verabschiedete sich der ehemalige Kantor von St. Nicolai, Martin Stephan, mit der Johannes-Passion in den Ruhestand.
Abschiedskonzert: Am Karfreitag verabschiedete sich der ehemalige Kantor von St. Nicolai, Martin Stephan, mit der Johannes-Passion in den Ruhestand. Foto: Syltpicture

Ein schwerer Fahrradunfall ereignete bereits sich am vergangenen Freitagabend in Tinnum, bei dem ein Mann stürzte und sich lebensgefährlich verletzte. Der 64-Jährige war gegen einen Bordstein gefahren und dabei vom Rad gefallen, wie ein Polizeisprecher am Sonnabend berichtete. Dabei zog er sich lebensgefährliche Verletzungen am Kopf zu. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

In den Nächten rund um das Osterwochenende kam es außerdem zu einigen Ausschreitungen mit Körperverletzung in der Paulstraße. Ein Mann, der bei der Untersuchung einen Alkoholwert von 2,0 Promille aufwies, musste dabei in der Nach zu Montag in Gewahrsam genommen werden.


Auf den Spuren der Kunsthandwerker


Dennoch ging es auf der Insel meist friedlich zu. Wer am Karsonnabend seine Schritte nach Keitum lenkte, der konnte sogar eine wahre „Tour de Kultur” unternehmen, denn verschiedenen Kunsthandwerker hatten zu ihren Ausstellungen geladen.

Weberin Silke Wessel stellte in Keitum ihre Tücher aus.
Weberin Silke Wessel stellte in Keitum ihre Tücher aus. Foto: Foto: Fleischmann

Im Glasatelier im Bahnhof gaben sich bei Gastgeberin Antje Otto gleich fünf Kunsthandwerker die Ehre und stellten gemeinsam ihre Exponate aus. Neben der Keitumer Glaskünstlerin Antje Otto, die zarte Ostereier, Hasen, Hühner und Osterkörbchen in frühlingsfrischen Farben gefertigt hatte, stellte die Sylter Weberin Silke Wessel ihre handgewebten Schals und Tücher aus. Dazwischen konnten die Besucher ebenso hauchzarte Scherenschnitte der Papierkünstlerin Anja Steinhaus entdecken. Die aus Eutin kommende Künstlerin fertigt Zitate, Schriftzüge und florale Motive aus feinstem Papier, das in einem Objektrahmen hinter Glas seine dreidimensionale Wirkung entfaltet. Äußerst dekorativ waren auch die Schmuckstücke aus dem Morsumer Atelier von Edda und Jonas Raspé, die Sylter Strandfunde in tragbaren Schmuck verwandeln. Geschliffen und in Gold oder Silber gefasst, entfalten einfache Steine, wie Gneise oder Feuersteine ihren ganz eigenen Zauber und garantieren, dass jeder Ring ein echtes Insel-Unikat ist. Wer Wert auf Edelsteine legt, konnte sich an den zarten Ketten aus Turmalinen oder Saphiren erfreuen, die im Hause Raspé, gern in Kombination mit antiken Münzen oder Flintstein verarbeitet werden. Komplett modern, geradlinig und fast schon puristisch präsentierten sich dagegen die Schmuckstücke von Gisela Kulling. In ihrem Bremer Atelier fertigt sie Schmuck, der die klassische Perle neu interpretiert: Ohrstäbe statt Ohrringe und Perlenseile statt Perlenkette. Längenverstellbar und ohne Verschluss, fanden die modernen Kreationen sofort Liebhaber.

Nur ein paar Straßen weiter gab es humorvolle Kunst aus Holz zu entdecken. Im Atelier der Keitumer Goldschmiedin Birte Wieda tummeln sich derzeit die hölzernen Skulpturen der Eckernförder Künstlerin Karen Löwenstrom. Die Figuren, die samt massivem Sockel aus einem Stück gefertigt werden, verbreiten schwebend oder stehend ihren ganz eigenen Charme und ergänzen höchst dekorativ die Arbeiten von Birte Wieda. Zu Ostern präsentierte sie ihre neuen „Weltbilder”: silberne Broschen, die mittels Feile, Flamme und Flußmittel zu kunstvollen Schmuckstücken werden. Direkt vis a vis hielt die Malerin und Illustratorin Christina Thrän ihre Ateliertür offen. Seit dem 1. April hat sie im Gurstig 9 wieder ein Sylter Domizil, in dem sie ihre zauberhaft-humorvollen Motive fertigen und zeigen kann. Ob als Postkarte, auf Leinwand oder auf Treibholz – die liebevollen Zeichnungen und treffenden Zitate erfreuen Herz und Verstand.

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