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Neubau : Klärwerk: Investitionen in die Zukunft

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Die Ver- und Entsorgung Norddörfer (VEN) modernisiert das Wenningstedter Klärwerk. Bis Oktober soll eine neue Zentrifuge für 1,5 Millionen Euro entstehen.

Wenningstedt-Braderup | Die Ruhe auf dem Gelände der Kläranlage Wenningstedt-Braderup täuscht. Hier, wo alle Abwässer aus der Doppel-Gemeinde ein- und den Zyklus der Klärung durchlaufen, sind die einzelnen Becken und Maschinen mittlerweile an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.

"Es muss dringend etwas passieren", sagt Björn Hansen, ab 1. Juli dieses Jahres hauptamtlicher Geschäftsführer der Ver- und Entsorgung Norddörfer GmbH, der das Klärwerk seit Januar 2006 gehört. Sukzessive soll die Anlage nun fit gemacht werden für die Zukunft. In einem ersten, 1,5 Millionen teuren Bauabschnitt wird in Zusammenarbeit mit dem Sylter Architekturbüro Schlums und Franzen bis Ende Oktober eine neue Schlammhalle mitsamt Zentrifuge entstehen - dem neuen Herzstück der Anlage. Die Zentrifuge dient dazu den Nassschlamm - das sind die Fäkalien, die im so genannten Rechengebäude schon von Grobstoffen wie Toilettenpapier und anderem Unrat gereinigt wurden - vom Wasser zu trennen. Übrig bleibt relativ zähflüssiger Klärschlamm, eine Art Muttererde, die Speditionen abholen und dann als Dünger auf den Feldern Schleswig-Holsteins verteilen.

In weiteren Bauabschnitten sollen Klärbecken, Rechengebäude sowie nach und nach Mess- und Steuerungstechnik modernisiert und erneuert werden. Einen konkreten Zeitplan für all diese Maßnahmen gibt es laut Hansen nicht. "Die Anlage soll effektiver, das heißt kostengünstiger arbeiten", sagt er. Oberstes Ziel sei es "langfristig die Entsorgungssicherheit für Wenningstedt-Braderup zu gewährleisten".
Die Halle darf nie weniger als fünf Grad Celsius haben

Ein Unterfangen, das sich schwierig gestaltet, "denn das Klärwerk muss auch während der Bauzeit perfekt funktionieren", erklärt Rainer Pophal, Fachkraft für Abwasser. So dürften bei den Proben, die das staatliche Umweltamt von den geklärten Wässern nimmt, kaum Abweichungen vom vorgegebenen Grenzwert auftreten. Daher müssen alle Bauabschnitte fein aufeinander abgestimmt werden. "Vielen Leute ist gar nicht bewusst, welch komplexe Vorgänge in einem Klärwerk ablaufen. Am liebsten drücken sie auf den Spülknopf und wollen dann nichts mehr damit zu tun haben", sagt Hansen.

Damit die Abläufe in der neuen Halle optimal funktionieren, soll das angrenzende Heizkraftwerk als Wärmespender für diese dienen. Die Halle darf nie weniger als fünf Grad Temperatur haben, damit die Verdickung des Nassschlamms funktioniert.

Und obwohl die Gerüche, die das Areal über Windbewegungen verlassen, in den vergangenen Jahren schon weniger geworden sind, erhofft sich Hansen eine weitere Verringerung durch modernere Technik. Dann würden neben den Ohren auch die Nasen noch ein wenig mehr entlastet.

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erstellt am 13.Jun.2008 | 10:23 Uhr

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