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Gefahr am Strand : Kitesurfer ärgern Sylt-Urlauber

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kitesurfer kommen häufig zu nah an die Strände und gefährden dadurch die Badegäste. Sylts Kurdirektoren wollen darüber beraten, wie das Risiko in Zukunft verringert werden kann.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Sylt | Die Segel der Kitesurfer gehören mittlerweile auch auf Sylt zum alltäglichen Strandbild. Der Trendsport hat sich neben dem Windsurfen, Wellenreiten und dem noch jungen Stand-Up-Paddling auf der Insel fest etabliert. Doch der spektakulär anmutende Sport stößt nicht überall auf uneingeschränkte Zustimmung. Immer wieder kommt es an den Stränden der Gemeinde zu gefährlichen Situationen zwischen den Wassersportlern und Badegästen – denn in den Badezonen haben die Surfer nichts verloren.

„Erst kürzlich sind drei Kitesurfer direkt durch die Badefelder gefahren, wurden von den Rettungsschwimmern angesprochen und waren dann sehr uneinsichtig, sogar beleidigend“, berichtet Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts. Natürlich seien nicht alle Kiter derart verantwortungslos, „aber auf diesem Feld gibt es ein Problem“. Problematisch ist dabei vor allem der Sicherheitsabstand der Badegäste zu den Kitern. Sobald die Surfer offenes Gewässer und nicht den strandnahen Bereich befahren, verhalten sich die Sportler vorschriftsgemäß. Stoßen die Kiter zu weit an den Strand vor, so können die Rettungsschwimmer wieder das Hausrecht der Gemeinde ausüben und die Surfer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Doch die Grenze zwischen Erlaubtem und Gefährdung ist fließend: „In dem Moment, wo sich Badegäste gefährdet fühlen, ist eine Grenze überschritten“, sagt Sieverts. Dass der Kurdirektor mit dieser Einschätzung richtig liegt, zeigt auch der Beschwerdebrief eines Berliner Rechtsanwalts, der die Gemeinde Wenningstedt in der vergangenen Woche erreichte und auch der SR vorliegt . Der Gast bemängelt darin, dass es offenbar keine klaren Regeln gegen die Gefährdung durch Kitesurfer in Strandnähe gebe. Das aber noch eine Gefahr ganz anderer Art von den Kitesurfern ausgehen kann, weiß Westerlands Wehrführer Jörg Elias: „Sobald die Kites auf dem Radar des Flughafens zu sehen sind, müssen sie eingeholt werden.“

Auf der kommenden Sitzung der Sylter Kurdirektoren will Sieverts das Thema auf die Tagesordnung setzen und mit den Kollegen über Strategien für mehr Sicherheit beraten. „Wir müssen uns darüber informieren, welche Möglichkeiten zum Eingreifen wir haben.“ Kitesurf-Cup-Veranstalter Pascal Matzke rät derweil von drastischen Maßnahmen ab. „St. Peter Ording hat das geiche Problem und deswegen die Badezone mit Pfählen abgegrenzt.“ Das sei allerdings die „denkbar schlechteste Lösung“, sagt Matzke und weist auf das Verletzungsrisiko hin: „Bei Kontrollverlust kann das ganz böse ausgehen.“ Statt solcher Maßnahmen empfiehlt er die Kiter direkt vor Ort zu belehren und im Notfall Bußgelder auszusprechen. Dass sich Konflikte zwischen Wassersportlern und Badegästen dauerhaft lösen lassen, glaubt der Kite-Veranstalter aber nicht: „Es gibt immer ein paar Idioten.“

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