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Kinderbetreuung : Kita-Plätze auf Sylt werden teurer

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wer sein Kind in Krippen oder Kindergärten der Gemeinde Sylt betreuen lässt, muss ab 1. April mehr zahlen.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2016 | 05:46 Uhr

Die Zahl der Krippen- und Kindergartenplätze soll in der Gemeinde Sylt steigen – aber auch die Gebühren für die Betreuung werden ab dem 1. April angehoben. Das haben die Mitglieder des Schulausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Außerdem wurde entschieden, dass die Gemeinde Sylt in Zukunft die Verluste aller freien Träger von Kindertagesstätten in der Gemeinde voll abdeckt: 94  000 Euro soll gezahlt werden. Die Einrichtungen müssen in Zukunft kein Geld mehr zuschießen. Ob das so bleibt, ist aber noch unklar.

„Es besteht ein erheblicher Engpass an Krippenplätzen“, sagt Hauptamtsleiterin Monika Kuhn. Im Moment werde geprüft, wo zunächst zusätzliche Plätze für Kinder bis drei Jahre entstehen sollen. Zehn zusätzliche Kleinstkinder könnten bereits im Mai betreut werden. „Wann wir anfangen können, hängt stark damit zusammen, ob wir passendes Personal finden“, sagt Kuhn. Eine Erzieherin sowie eine Sozialpädagogische Assistentin würden ab sofort gesucht. „Der Markt ist ziemlich abgegrast und es ist sehr schwer Mitarbeiter zu finden“, sagt sie. Das sei in der Vergangenheit bei Vertretungen bereits ein Problem gewesen, schildert sie die Lage auf der Insel.


Gemeinde Sylt muss zukünftig mehr zahlen


Auch der Kindergarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird bald eine neue Gruppe eröffnen, sagte der DRK-Vorsitzende Karl-Heinz Kroll. Hier sollen zusätzlich 20 Kinder ab drei Jahren bis zum Schulalter betreut werden.

„Alles was jetzt bezüglich der Kinderbetreuung beschlossen wurde, ist positiv“, freut sich Bürgervorsteher Peter Schnittgard, „sowohl die Tatsache, dass jetzt neue Plätze geschaffen werden, als auch die Tatsache, dass alle Sylt-Kitasjetzt gleichermaßen finanziell unterstützt werden“. Auch wenn die Gemeinde – trotz der Zuschüsse von Land und Kreis – für die Kinderbetreuung in Zukunft ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss. Rund 675  000 Euro hat sie im vergangenen Jahr – für die Dänische Kita, die DRK-Kita, den evangelischen Naturkindergarten sowie die Kitaeinrichtungen des Gemeinnützigen Vereins für Jugenderholung (GVfJ) in Keitum, Morsum und Tinnum – gezahlt. 2016 werden nach Berechnungen der Gemeinde rund 922  000 Euro benötigt.

Für die Eltern nicht ganz so positiv ist, dass die Beiträge für die gemeindeeigenen Kita- und Krippenplätze zukünftig teurer als bisher werden sollen. Die Einrichtungen der Sylt-Kita kosten für ein Kind unter drei Jahren (U3) von 7 bis 16.30 Uhr 295 Euro inklusive Verpflegung und für ein Kind über drei Jahren (Ü3) 237 Euro. Ab 1. April zahlen die Insel-Eltern 312 beziehungsweise 253 Euro pro Monat.

Die Gebühren waren zuletzt vor mehr als drei Jahren (zum 1. August 2012) angehoben worden. Weil die Gehälter im Sozial-und Erziehungsdienst gestiegen sind, sollen jetzt die Elternbeiträge erhöht werden.

Landesweit bewegen sich die Beiträge der Gemeinde Sylt eher im oberen Drittel. Die Kosten für eine Kinderbetreuung sind in Schleswig-Holstein von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Eltern, Kommunen und das Land zahlen die Gebühren. Das Land gewährt den Tagesbetreuungs-Einrichtungen jährlich Zuschüsse. 2016 werden das 194 Millionen Euro sein, heißt es aus dem Kieler Sozialministerium. Ziel der Landesregierung ist eine Gebührenbefreiung der Eltern. In anderen Bundesländern ist dabei schon jetzt vieles kostenlos.


Auch in anderen Inselgemeinden fehlen Plätze


In den anderen Inselgemeinden sind die Gebühren bereits vor der Erhöhung zum Teil deutlich günstiger als in der Gemeinde Sylt. Im Kindergarten Wenningstedt-Braderup kostet die Betreuung für ein Ü3-Kind inklusive Verpflegung 215 Euro (7.30 bis 16 Uhr). Für ein U3-Kind kostet der Platz von 7.30 - 14.30 Uhr 235 Euro. Das sind 38, beziehungsweise 77 Euro weniger als in den Sylt-Kitas. Auch in Braderup sind zusätzliche Betreuungsplätze dringend nötig. „Wir sind voll – ich habe schon lange Wartelisten. In diesem Jahr geht bei uns nichts mehr“, sagt Leiterin Karin Artschwager. Zehn Kinder werden hier in der Krippe betreut, 44 weitere besuchen den Kindergarten. Geburtenstarke Jahrgänge hätten unter anderem zu diesem Ansturm beigetragen, sagt Artschwager. Weitere Plätze zu schaffen sei auch aus Platzgründen im Haus zunächst nicht geplant.

Anders sieht das im ADS-Kindergarten in List aus. Leiterin Garbriele Winkler hat bereits bei der Gemeinde angefragt, ob Mittel für neue Plätze und Personal bereitgestellt werden können. „Wir bräuchten dringend mehr Plätze“, sagt die Leiterin. Insgesamt 37 Kinder (davon 15 Krippen- und 22 Kindergartenplätze) können derzeit in der Einrichtung im Inselnorden versorgt werden. Die Betreuung von 8 bis 16 Uhr kostet in List 200 Euro (U3) und 169 Euro für ein Kind über drei Jahren – ohne Verpflegung. Essen kostet zwei Euro extra pro Tag.

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