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Übergangslösung : Kinderkrippe: Archsum als vorübergehende Alternative?

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Die Fördermittel sind beantragt, mehr aber auch nicht: weil bei den Planungen für eine Kinderkrippe in Keitum Stillstand herrscht, brachte der Archsumer Ortsbeirat am Montag eine Interimslösung ins Spiel. Diesen Umstand allerdings betrachtet Bürgermeisterin Petra Reiber mit gemischten Gefühlen.

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erstellt am 01.Jul.2009 | 06:45 Uhr

Archsum/ | Weil es in Keitum im Bezug auf die geplante Schaffung von Kinderkrippenplätzen nicht voran geht (wir berichteten), soll vorübergehend ein Teil des Archsumer Kindergartens für die Betreuung von Kindern im Alter von null bis drei Jahren genutzt werden. Diesen Antrag jedenfalls will der Ortsbeirat Archsum an die Gemeinde Sylt stellen.
"Idee ist realisierbar"

"Die Dringlichkeit dürfte jedem einleuchten. Wenn eine Möglichkeit besteht, sollte man es versuchen", erklärte der Vorsitzende Mario Pennino (SWG) am Montag auf der Sitzung des Gremiums. Dass diese Idee realisierbar sei, bestätigt Tobias Wahrenburg vom Gemeinnützigen Verein für Jugenderholung in Niebüll, der für den Kindergarten in Archsum ebenso zuständig ist wie für den in Keitum: "Nach den Sommerferien wechseln in Archsum elf von 28 Kindern in die Schule. Dann könnten hier zehn Krippenplätze entstehen."

Schneller als in Keitum, wo nicht vor dem nächsten Jahr mit einem Bezug zu rechnen ist, könnte dies auf jeden Fall von statten gehen: "Ich denke, ein realistischer Starttermin wäre nach den Herbstferien", so Wahrenburg. Natürlich müssten bis dahin die Voraussetzungen geschaffen werden. "Wir bräuchten sofort einen neuen Fußboden und Mobiliar, zum Beispiel Wickeltische", sagt Wahrenburg, der dafür mit Kosten im vierstelligen Bereich rechnet. In Keitum wäre es mit einer solchen Summe nicht getan: Weil dort größere Arbeiten erledigt werden müssen und der Kindergarten in die Schulräume verlagert würde, rechnet man hier mit Kosten von 171 000 Euro. Einen Antrag auf Fördermittel (70 000 Euro) hat die Gemeinde bereits gestellt.
Reiber: "Wir verschließen uns nicht vor kurzfristigen Lösungen"

Bei der übrigens beobachtet man die Idee mit gemischten Gefühlen. "Natürlich verschließen wir uns nicht davor, eine kurzfristige Lösung zu finden, damit Eltern nicht von einem Ende der Insel ans andere fahren müssen, sagt Bürgermeisterin Petra Reiber. Die Frage sei aber, ob es sinnvoll ist, dass "nun jeder Ortsteil sein eigenes Süppchen kocht und mit Alternativen kommt. Stattdessen sollten wir uns gemeinsam Gedanken über ein Gesamtkonzept machen."

Dass der Ortsbeirat mit seinem Ansinnen, noch im Juli eine Entscheidung der Politik über die Interimslösung zu erreichen, Erfolg hat "kann ich mir nicht vorstellen", betont Reiber mit dem Hinweis, dass der Antrag vor der nächsten Gemeindevertretersitzung zunächst den Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss und dann den Finanzausschuss passieren müsse.

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