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Sylter Rundschau

16. Dezember 2017 | 14:48 Uhr

Kiel stellt Sylter Gymnasium in Frage

vom

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2008 | 09:28 Uhr

Westerland | Es war alles klar: Sylt bekommt eine Gemeinschaftsschule und behält zusätzlich das G8-Gymnasium. Noch im Mai beantwortete Monika Obieray vom Kieler Bildungsministerium den Syltern schriftlich Fragen zum dafür nötigen Prozedere und wünschte "viel Erfolg bei der Umsetzung".

In der vergangenen Woche gab es wieder Post aus Kiel - diesmal allerdings mit anderem Inhalt: "Man macht uns jetzt plötzlich darauf aufmerksam, dass der Bestand unseres Gymnasiums wegen geringfügig zu niedriger Schülerzahlen nicht gesichert ist und rät zu erneuten Beratungen", wundert sich Schulverbandsvorsteherin Petra Reiber. Gleichzeitig erklärt sie ihre Rückschlüsse aus dem Schreiben: "Hier soll ein Streit um Bildungsideologien auf dem Rücken der Sylter Schüler ausgetragen werden." Denn, so ist sie sicher, der Wunsch nach erneuten Beratungen könne nur heißen, "dass Kiel uns eine Gemeinschaftsschule ohne eigenständiges Gymnasium nahe legen will."

Ein Schritt, den die Sylter Eltern mehrheitlich ablehnten und der dazu führen würde, dass künftig "das Niebüller Gymnasium aus allen Nähten platzt". Laut Reiber würden die meisten Insulaner dann nämlich dort ihr Abitur machen: "Eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe wäre der Einstieg in den Ausstieg vom gymnasialen Abschluss auf Sylt."

Besonders unverständlich wird der Kieler Vorstoß beim Blick in die Gesetzestexte: Dort heißt es nämlich, dass die Mindestgrößen für Schulen (der Sylter Sekundarstufe fehlen zurzeit 17 Schüler) auf Helgoland, Amrum, Pellworm und Nordstrand nicht gelten. Reiber: "Ich sehe keinen sachlichen Grund, warum wir als Insel von der Mindestgrößenverordnung nicht ausgenommen werden."

Dies hat sie bereits Staatskanzlei-Chef Heinz Maurus ("Er nimmt sich der Sache an") und Sylts Bundestagsmitglied Ingbert Liebing mitgeteilt und setzt auf deren Unterstützung. Denn, so Reiber weiter: "Wir hatten eine Lösung, mit der kein Kind die Fahrerei nach Niebüll hätte auf sich nehmen müssen und mit der hier alle zufrieden waren. Warum wird das vom Ministerium jetzt auf den Kopf gestellt?"

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