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Flüchtlinge auf Sylt : Keitumer Polizeihaus ist bereit für Asylbewerber

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nur vier Wochen nach der Schlüsselübergabe sind die Renovierungen und auch die Ausstattung fast fertig. Bis zu 18 Flüchtlinge können künftig in den zwei Hausteilen wohnen.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Erst hat es Jahre gedauert und letztendlich sogar die Drohung einer Beschlagnahme durch Bürgermeisterin Petra Reiber gebraucht, bis das ehemalige Keitumer Polizei-Wohnhaus vom Land Schleswig-Holstein endlich der Gemeinde Sylt zur Nutzung als Unterkunft für Asylbewerber übertragen wurde. Dann jedoch ging alles ganz schnell: Mitte Februar bekam Reiber die Schlüssel für das Doppelhaus an der Munkmarscher Chaussee und nach nur einem Monat, am gestrigen Donnerstag, präsentierten Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt und zwei ihrer Mitarbeiter vom „Team Asyl“ die fast fertig gestellte Unterkunft der Öffentlichkeit.

Zahlreiche Gemeindevertreter und auch ehrenamtlich engagierte Bürger waren gekommen, um zu sehen, was in so kurzer Zeit geschafft wurde. Alle Räume sind zwar spartanisch, aber mit dem Notwendigsten wie Betten, Schränken, Tischen und Stühlen eingerichtet. Küchenmöbel wurden eingebaut, Kochherde, Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und auch zwei Fernsehgeräte installiert. „Zuvor mussten natürlich die Wände tapeziert oder gestrichen, neue Fußböden verlegt und Fenster repariert werden“, berichtet Sozialarbeiter Jan Klein. „Auch mit dem Schornstein gab es einige Probleme.“ Insgesamt jedoch habe sich der Reparatur- und Sanierungsaufwand erfreulicherweise im Rahmen gehalten: vor allem dank der Tatsache, dass auch in den Jahren des Leerstands immer geheizt worden sei. „Nun gibt es nur noch ein paar Sorgen mit der Elektrik“, sagt Klein. „Aber das haben wir im Griff. Bis Ende nächster Woche wird auf jeden Fall alles fertig sein.“

„Der Kreis wartet bereits dringend auf die Freigabemeldung von der Insel“, ergänzt Tina Haltermann, die neue Mitarbeiterin im Team Asyl. „Aber Husum hat zum Glück Verständnis für unsere Situation.“ Nach wie vor ist der Andrang in Schleswig-Holstein groß, deshalb werden gemäß einem festgelegten Verteilerschlüssel Flüchtlinge und Asylbewerber von Neumünster aus via Niebüll auch nach Sylt geschickt. Aktuell sind knapp 100 von ihnen auf der Insel: 54 Männer, 22 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und 20 Frauen. Mit ihnen sind jedoch fast alle verfügbaren Unterkünfte bis auf nur einen Platz belegt. Das ehemalige Polizeihaus werde also dringend gebraucht, so Gabriele Gotthardt. „15 bis maximal 18 Personen werden künftig hier wohnen“, erläutert die Ordnungsamtschefin. „Das hängt immer davon ab, ob einzelne Männer oder gleich ganze Familien kommen. Deshalb haben wir hier im Keitumer die Zimmeraufteilung und Ausstattung auch variabel gestaltet.“ Familien mit Kindern könnten zum Beispiel in zwei ineinander übergehenden Räumen wohnen, um so wenigstens ein Mindestmaß an Privatsphäre zu gewährleisten.

Investiert in den Umbau und die Grundausstattung der neuen Unterkunft gegenüber der Kirche St. Severin habe die Gemeinde zirka 25  000 Euro. Geld, das sehr vernünftig und zielgerichtet eingesetzt worden sei, meinten Sylter Lokalpolitiker wie der Keitumer Ortsbeiratsvorsitzende Oliver Ewald und Eberhard Eberle, der Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses.

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