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Sturm-Folgen auf Sylt : Keitumer planen gemeinsames Wall-Projekt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Damit ihnen Gärten und Keller nicht wieder wie bei „Xaver“ voll laufen, planen Anwohner des Alten Kirchenwegs eine Schutzmaßnahme.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Die gröbsten Schäden, die Orkan „Xaver“ Anfang Dezember an der Keitumer Wattseite angerichtet hatte, sind mittlerweile mehr oder weniger provisorisch behoben. „Wir hatten am 5. und 6. Dezember Wellen, die wir so in Keitum noch nicht gesehen haben, so dass die Schäden im Prinzip vom Tipkenhoog bis nach Munkmarsch reichen“, sagte Oliver Ewald am Donnerstag in dem von ihm geleiteten Ortsbeirat. Angesichts der vielen noch erforderlichen Instandhaltungsarbeiten an Wegen und Kliff warf Roland Klockenhoff die Frage auf, ob es nicht angebracht sei, sich über ein Konzept zur Gestaltung des gesamten Wattufers Gedanken zu machen. „Oder wollen wir das Fass lieber nicht aufmachen?“, fragte er unter Hinweis auf die komplizierte „Gemengelage“ aus gemeindlichen, touristischen, naturschützerischen und privaten Interessen.

Eine Beantwortung der Frage blieb der Ortsbeirat vorerst zwar schuldig, doch zumindest am Alten Kirchenweg zeichnet sich eine Lösung ab. Hier brachen während des Hochwassers in der Nacht zum 6. Dezember einige der Schutzwälle, die Anwohner als Hochwasserschutz um ihre Häuser gezogen hatten, Gärten und Keller liefen voll Wasser. Um dies zukünftig zu vermeiden, haben sich nun sieben Grundstücksbesitzer zusammen getan. Sie haben einen Planer beauftragt, die Kosten für einen neuen, gemeinsamen Wall zu berechnen. Rund 150 Meter lang soll dieses Bauwerk dann den Fluten trotzen, erklärt Raimund Hoeg, der das Wattenmeer schon drei mal in seinem Garten stehen hatte. Sollte das neue Projekt umsetzbar sein, würden die bestehenden Wälle aufgewertet werden. „Viele der jetzigen Wälle sind beispielsweise sehr steil, die müssten flacher auslaufen.“ Auch Bewuchs muss von den Wällen entfernt werden; teilweise sollen bisher sogar nur Friesenwälle vor dem Wasser schützen.

Unterstützung erhalten die Menschen am Alten Kirchenweg vom Landschaftszweckverband Sylt, der ihnen mit Informationen zur Seite steht. „Wir sind mit der Unteren Naturschutzbehörde in der Sache im Gespräch“, bestätigt Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbands, da Eingriffe in ein natürliches Kliff wie in Keitum mit der Behörde abgeglichen werden müssen. Das mögliche Bauwerk soll Hochwasser- und Naturschutz vereinen. „Ich finde an diesem ganzen Projekt sehr postiv, dass sich hier Anwohner unkompliziert zusammengeschlossen haben“, erklärt Uekermann.

 

 

 

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