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Lister Bürgermeisterwahl : „Keiner wird als Bürgermeister geboren“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wird Christiane Klokow neue Bürgermeisterin von List? FWG und CDU unterstützen jedenfalls ihre Bewerbung.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Eine Kandidatin fürs Lister Bürgermeisteramt steht fest: Christiane Klokow (FWG). Darauf verständigte sich die CDU-Fraktion Anfang der Woche in einer Sitzung. Einen eigenen Kandidaten zu stellen sei nicht möglich und da man von der FWG gehört habe, dass Christiane Klokow bereit wäre, unterstütze die CDU nun die Kandidatin, erklärte Alfred Riechelmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Damit ist Christiane Klokow so gut wie Bürgermeisterin, da ihr die Stimmen der beiden größten Fraktionen sicher sind. Sie selbst hält den Zeitpunkt der Veröffentlichung ihrer Kandidatur für zu früh. „Ende des Jahres wird Wolfgang Strenger aus dem Amt ausscheiden. Jetzt haben wir April“, sagt die 59-Jährige. Eine ausreichende Einarbeitungszeit in das Amt hält sie für äußerst wichtig, zumal sie ja auch berufstätig ist und bleiben wird. Wann die Nachfolgewahl stattfinden wird, steht noch nicht fest. Zumal die SPD und der SSW erst noch in ihren Fraktionen über das Thema beraten wollen (siehe kleiner Artikel).

Seit 2001 lebt Christiane Klokow in List und ist damit an ihrem Ziel angekommen: „Ich wollte immer nach Sylt.“ Geboren ist sie in Borghorst zwischen Eckernförde und Kiel. Bevor sie auf die Insel kam, war Eckernförde ihr Zuhause, wo sie auch ihre vier Söhne zur Welt brachte. Auf die Frage, warum sie gerade auf Sylt leben möchte, Eckernförde habe doch auch Wasser, antworte sie immer: „Ja, es stimmt, Eckernförde hat auch Wasser, aber das ist anderes Wasser.“ Die gelernte Kauffrau arbeitet seit 2001 freiberuflich in der Immobilienbranche, die letzten vier Jahre in der Sylter Bank.

In der Lister Kommunalpolitik engagiert sich die 59-Jährige seit Jahren. „Ich denke, ich kann nicht meckern oder mich über gefällte Entscheidungen aufregen, wenn ich nicht selbst versuche etwas zu ändern“, begründet Christiane Klokow ihr politisches Engagement. Der Hauptgrund für ihre Kandidatur sei die Angst vor einer Fusion. „List ist und bleibt ein Dorf in dem meiner Meinung nach bereits viel angeschoben wurde.“ List attraktiv für Familien zu machen sei ihr Ziel. Das Argument List sei zu weit ab vom Schuss, um dort zu wohnen, lässt sie nicht gelten. „Wir brauchen Dauerwohnraum, wie jeder andere Inselort auch. Wer auf dem Festland wohnt und arbeitet, muss nicht selten 30 Kilometer bis zum Arbeitsplatz zurücklegen.“ Auf der Insel balle sich eben vieles in Westerland. Das seien dann aber gerade mal 16 Kilometer. Was List außerdem fehle, sei ein Spielplatz und Angebote für Kinder und Jugendliche.

Der Ort soll schöner werden, ist ein weiteres Anliegen der Bürgermeisterkandidatin. Sei es mit Blumen, kleinen Bäumchen oder Büschen – die Leute, die nach List kommen, sollen sagen: „Ist das schön hier.“ Man fühle sich selbst gleich wohler, wenn es um einen herum ansprechend aussehe. Der Verkauf des O-Heims, das Gelände des Nordsee Colleges und die ehemalige Fahrbereitschaft werden Themen sein, die nicht mehr in Wolfgang Strengers Zeit abgearbeitet werden können, ist sich Christiane Klokow sicher. „Keiner wird als Bürgermeister geboren, ich hoffe, dass ich mich gut einarbeiten kann, um dann das Amt verantwortungsvoll zu übernehmen.“ Breite Schultern seien für das Ehrenamt von Vorteil, da die Belange des Ortes draufpassen müssen. „Ich würde gern mit Arbeitskreisen innerhalb der Ausschüsse arbeiten, die jetzigen Aufgaben anders verteilen.“ Den Gemeindevertretern möchte sie das Gefühl geben, produktiv mitarbeiten zu können. Gefragt nach den Gefühlen die sie habe, wenn sie an ihre möglichen künftigen Aufgaben denke, antwortet sie, dass sie großen Respekt habe und sich trotz ein wenig Angst auch darauf freue.

Ihre Beschreibung von List: „Ich habe das Gefühl, zwischen zwei Meeren zu leben – der wilden Westseite und dem ruhigen Wattenmeer. Die Sylt-typische Natur mit Dünen und Heideflächen umgeben den Ort. List hat viele ruhige Ecken, die nur zu Fuß oder per Rad erreichbar sind. Schön ist es.“

 

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