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Neuer Fahrplan auf Sylt : Keiner fährt wie geplant

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Anders als zunächst angekündigt, lässt die Deutsche Bahn ab Sonntag deutlich weniger aneinandergekuppelte Personen-Autozüge fahren.

von
erstellt am 11.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Also doch nicht: Anders als zunächst angekündigt, lässt die Deutsche Bahn ab Sonntag deutlich weniger aneinandergekuppelte Personen-Autozüge fahren. Das Unternehmen hatte den Löwenanteil der Autozug-Fahrten zwischen Niebüll und Westerland gegen Konkurrent RDC gewonnen, weil es bei der Bewerbung um die Fahrten angab, künftig alle Autozüge mit Personenwagen zu versehen, die bis Bredstedt weiter fahren. Doch ab Sonntag werden die meisten Autozüge der Deutschen Bahn aussehen wie bisher: Lediglich bei neun Verbindungen ab Westerland werden Personenwagen an den Autozüge gehängt. Die Deutsche Bahn begründet das damit, das Unternehmen habe bisher noch nicht genügend ausgebildete Lokführer, um den Personen-Auto-Zug wie angekündigt im Halb-Stunden-Takt fahren zu lassen. Aber auch ohne die angekuppelten Personenwagen fährt der Sylt Shuttle nicht so häufig wie geplant. Auch dies begründet die DB mit einem Mangel an ausgebildetem Personal. Ab Ende Januar sollen dann aber alle angekündigten Fahrten wirklich angeboten werden, heißt es von einem DB-Sprecher. Das Konkurrenz-Unternehmen RDC wird zum Fahrplanwechsel am Sonntag keine seiner Autozugfahrten anbieten. Dort plant man den Betriebsstart erst für Februar (wir berichteten).

Die Tatsache, dass beide Unternehmen nicht ihre bestellten Autozug-Fahrten anbieten werden, könnte theoretisch für beide rechtliche Konsequenzen haben. Das erklärte ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wer seine Trassen einen Monat nicht nutzt, dem können sie durch die DB Netz AG wieder entzogen werden.“ Nach dieser Rechtsauffassung könnte es also für RDC eng werden. Allerdings sieht es für die DB nicht besser aus, sollten sie ihren Personen-Auto–Zug nicht wie geplant auf die Schiene bekommen. „Wenn Anhaltspunkte vorlägen, dass ein Unternehmen missbräuchlich lange Laufwege für seine Züge bestellt hat, dann wäre das ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung und ein Fall für das Bundeskartellamt“, so der Sprecher der Bundesnetzagentur weiter. Dieser Rechtsauffassung widerspricht jedoch DB–Sprecher Egbert Meyer-Lovis: Da sowohl RDC als auch die DB Fahrten korrekt abbestellt hätten, gäbe es rechtlich keine Handhabe dagegen, dass sie ihre Züge nicht fahren lassen. Glaubt man Meyer-Lovis, könnten also beide Unternehmen in regelmäßigen Abständen Fahrten abbestellen, ohne dass ihnen rechtliche Konsequenzen drohen.

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