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Neue Initiative der Sylt-Pendler : „Keiner der Züge war pünktlich“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Initiative von Sylt-Pendlern will auf einer neuer Internetseite alle Zugverspätungen dokumentieren, um diese in Gesprächen genau beziffern zu können.

Die Pendler von und nach Sylt werden künftig noch genauer auf die Uhr schauen: Achim Bonnichsen, einer der Administratoren der populären Facebook-Gruppe „NOB-Pendler Husum-Westerland"“, hat gemeinsam mit Michael Schlüter vom PC-Service Sylt eine Webseite erstellt, auf der Pendler ab sofort alle Zugverspätungen eintragen können. „Von Seiten der NOB gibt es keine offizielle Statistik über Verspätungen. Um diese bei künftigen Gesprächen genau beziffern zu können, wollen wir nun jeden Zug erfassen", erläutert Bonnichsen. Bewusst wurde die Homepage www.nob-pendler.de kompakt und nutzerfreundlich konzipiert: „Auf der für alle Endgeräte angepassten Seite muss nur die Zugnummer und die Verspätungszeit am entsprechenden Bahnhof eingetragen werden. Außerdem können besondere Vorkommnisse wie etwa ein Gleisbruch vermerkt werden“, erklärt Schlüter.

Achim Bonnichsen hofft nun, dass möglichst viele Pendler Nachricht geben. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, zählt die betreffende Facebook-Gruppe mittlerweile doch mehr als 2  100 Mitglieder. Auch dort laufen regelmäßig Mitteilungen über Verspätungen auf. „Gerade habe ich die Statistik für Februar erstellt: Kein einziger der erfassten Züge war pünktlich“, berichtet Bonnichsen. Nach wie vor bewertet die Pendlerinitiative den Sylt Shuttle plus als den Störenfried auf der Strecke. Nicht nur, weil das An- und Abkuppeln der Personenwaggons an die Autozüge die Strecke blockiert: „Auch die neuen Loks tragen dazu bei, denn die Autozüge sind für sie zu schwer. So kommt es bei jeder Fahrt zu einigen Minuten Verspätung, wovon wieder alle anderen Züge betroffen sind“, moniert Bonnichsen. Dass sich die Lage verbessert, dafür gäbe es derzeit keine Anzeichen – im Gegenteil: „Wir wissen ja nicht, was uns erwartet, wenn die Autozüge von RDC auf die Strecke gehen und im Dezember dann DB Regio die NOB im Personenverkehr ablöst.“

Als sehr positiv bewertet Achim Bonnichsen ein Gespräch, das Pendler mit Frank Nägele führten: Der Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium habe sich von den Zuständen „ehrlich betroffen“ gezeigt: „Ihm wurde klar, welche Sonderrolle durch den Damm gegeben und wie abhängig die Insel von einem funktionierenden Bahnverkehr ist.“

Insbesondere dank der Medien habe die Pendler-Problematik für Aufmerksamkeit weit über die Grenzen der Insel gesorgt. Dennoch: „Eine wirkliche Lösung wird nur durch eine Gesetzesänderung möglich sein.“ Aktionen wie etwa einem Sitzstreik auf den Schienen erteilt Bonnichsen allerdings eine Absage: „Wir müssen uns mit unserem Protest auf legalem Terrain bewegen.“ Auch wenn die Aussichten also eher trüb sind, will die Pendler-Initiative konstant am Ball bleiben. Und damit steht die mitgliederstarke Facebook-Gruppe nicht mehr alleine: „Inzwischen haben sich im Netz auch einige Trittbrettfahrer-Gruppen gebildet“, weiß Bonnichsen. Doch zumindest das Ziel dürfte sie alle einen: Eine verlässliche Beförderung der zahlreichen Pendler, die ohnehin Tag für Tag viel (Fahr-)Zeit zwischen Wohnung und Arbeitsplatz verlieren.

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