Kirchenarbeit auf Sylt : Keine Gottesdienste mehr in Tinnum

Freuen sich auf neue Wege in der Kirchenarbeit: Keitums Pastorin Susanne Zingel (links) und Tinnums Küsterin Christine Suhl
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Freuen sich auf neue Wege in der Kirchenarbeit: Keitums Pastorin Susanne Zingel (links) und Tinnums Küsterin Christine Suhl

Kirchengemeinde St. Severin bleibt jedoch Pächter des Gemeindehauses / Gesellschaftliche Angebote werden fortgeführt

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26. Januar 2015, 05:52 Uhr

Für die Gläubigen des Ortes ist der Weg zum Gottesdienst seit Jahresbeginn etwas länger geworden: er führt jetzt ins Nachbardorf Keitum. Nach 27 Jahren endet damit angesichts einer stetig schwindenden Resonanz der Besucher die Ära der Gottesdienste im Tinnumer Gemeindehaus. „Es war ein folgerichtiger Beschluss des Kirchengemeinderats, der zum einen für Keitum, Tinnum, Archsum und Munkmarsch verbindend wirkt und uns zugleich neue Potenziale eröffnet“, unterstreicht Keitums Pastorin Susanne Zingel.

Im Wechsel und auch gemeinsam mit Tinnums Pastor Jörg Reimann, der jedoch bis Ende März eine „Sabbatzeit“ genommen hat, wird Zingel künftig die Messen in der Keitumer Kirche gestalten. Auch Tinnums Küsterin Christine Suhl bleibt der Kirchengemeinde erhalten: Sie übernimmt nun neue Aufgaben in Keitum, wird aber das beliebte Gemeindefrühstück in Tinnum an jedem ersten und dritten Dienstag eines Monats weiter betreuen.

Denn auch wenn es im Tinnumer Gemeindehaus keine Gottesdienste mehr geben wird, bleibt die Kirche dort weiterhin Pächter: „Der Konfirmandenunterricht wird ebenso verbleiben wie die Krabbelgruppe, die Kinderdisco oder der Jugendtreff“, erläutert Susanne Zingel.

Die sonntäglichen Messen, die im Saal des Gemeindehauses gefeiert wurden, erfuhren zuletzt immer weniger Zuspruch: im vergangenen Jahr war die Hälfte aller Gottesdienste mit weniger als zehn Gläubigen besucht. Und deshalb habe der Beschluss auch nur vereinzelte Kritik erfahren, sagt die Pastorin. Zudem bestünde die Möglichkeit, sonntags den Kirchenbus zwischen Tinnum und Keitum einzusetzen – „Bislang gibt es dafür jedoch keine Nachfrage. Es funktioniert offenbar auch durch Fahrgemeinschaften.“

Dass Pastorin und Pastor, die Küster und der Organist jetzt sonntags nicht an zwei Orten im Einsatz sind, vereinfache einiges – und ermögliche auch Neues: „Bisher haben wir ein Beisammensein im Keitumer Pastorat nach dem Gottesdienst nur gelegentlich angeboten – das wird sich künftig ändern“, stellt Susanne Zingel in Aussicht. Christine Suhl soll dazu mit Aufgaben wie der Gestaltung kreativer Gottesdienste und anderer Veranstaltungen betraut werden – so etwa mit dem erstmaligen „Petri-Essen“ am 22. Februar.

Zugleich freut sich die Küsterin, weiterhin das Tinnumer Gemeindefrühstück zu organisieren: „Etwa 25 Bürgerinnen und Bürger nehmen dieses Angebot in schöner Regelmäßigkeit wahr.“ Und auch eine andere gute Tinnumer Tradition bleibt erhalten: „Wir werden die Reihe der sommerlichen Gottesdienste im Freien – etwa auf dem Campingplatz oder im Tierheim – fortsetzen und vielleicht sogar noch ausbauen“, berichtet Susanne Zingel.

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