Feier des Westerländer Musikvereins : Kein Jürgen-Drews-Konzert für 55 Euro

Der Westerländer Musikverein blickt auf 125 Jahre  Geschichte zurück. 2014  soll Jubiläum gefeiert werden.
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Der Westerländer Musikverein blickt auf 125 Jahre Geschichte zurück. 2014 soll Jubiläum gefeiert werden.

Das kostspielige Konzept zur 125-Jahr-Feier des Westerländer Musikvereins fällt im Kulturauschuss durch. Der Verein geht jetzt erneut in die Planungsphase.

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27. November 2013, 06:00 Uhr

Sie marschieren mit Instrumenten durch die Inselorte, sorgen in der Musikmuschel für Stimmung und sind als Taktgeber in allen Sylter Festzelten willkommene Gäste: Nun hat der Musikverein Westerland der Gemeinde die Planung für sein 125. Jubiläum vorgelegt – und einen Dämpfer bekommen.

Auf der Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses sprach sich die Mehrheit der Politiker gegen einen Zuschuss von 30 000 Euro für das Vereinsjubiläum aus. Stattdessen wurde den traditionsreichen Freizeitmusikern ein Barzuschuss von 15 000 Euro gewährt sowie eine Sondernutzungsgebühr im Wert von 5 000 Euro erlassen. Macht unterm Strich 20 000 Euro für das Vereinsjubiläum. Ursprünglich hatte sich der Musikverein aber 10 000 Euro mehr von der Gemeinde gewünscht.

Grund für die abgespeckte Hilfe: Das vorgelegte Konzept überzeugte die Ausschussmitglieder nicht. Nach der Vorstellung des Vereinsvorstandes um Michael Nissen, sollte auf dem Johann-Möller-Parkplatz ein fünftägiges Fest gefeiert werden (30. April bis 4. Mai). Neben Torfrock, der Hermes House Band, Queen Revival und Kommerz, sollte hier auch Sänger Jürgen Drews auf die Festzelt-Bühne steigen. Als Vorgruppen hatten der Musikverein an Sylter Bands gedacht. Geschätzte Kosten der gesamten Veranstaltung: 172 000 Euro.

Auf der Einnahmenseite kalkulierten die Planer dagegen 160 000 Euro ein. Das Geld sollte dabei in erster Linie durch den Kartenverkauf zurück in die Kasse fließen. Für Jürgen Drews war beispielsweise ein Ticketpreis von 55 Euro vorgesehen. Multipliziert mit 700 Besuchern ergäbe dies bereits 38 500 Euro. „Zu optimistisch“, kritisierte daraufhin Ausschussmitglied Arne von Pirch (SPD). Die Preise seien zu hoch angesetzt. Zudem fehlten in der Kostenaufstellung die Posten für Security und sanitäre Anlagen. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker sah dies ähnlich.

Nach der Sitzung zeigte sich Michael Nissen, Vorsitzender des Westerländer Musikvereins, enttäuscht, aber auch selbstkritisch: „Wir werden die Veranstaltung so nicht durchführen können. Jetzt fehlt das Geld. Es ist schade, dass einige Politiker den Wert des Vereins nicht erkennen.“ Auch wenn man in der Rückschau die Eintrittspreise falsch angesetzt habe und das Konzept nicht ausgereift gewesen sei, blieb Nissen dabei: „Wir wollten der Insel Highlights bieten und Menschen auf die Insel locken.“

Dass die Sause auf dem Johann-Möller-Parkplatz sich jetzt wohl zerschlagen hat, wirft die 26 Vereinsmitglieder nicht aus der Bahn. Stattdessen arbeiten sie an einem neuen Konzept für ihr Jubiläum: „Wir werden etwas auf die Beine stellen – das ist sicher. Nur wie es am Ende aussehen wird, ist jetzt wieder völlig offen“, so Nissen.


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