Sylt-Amrum-Föhr : Kein Insel-Triathlon im Jahr 2018

Schwimmen von Amrum nach Föhr, Radfahren auf Föhr und Laufen auf Sylt – den Triathleten wurde viel abverlangt.
Schwimmen von Amrum nach Föhr, Radfahren auf Föhr und Laufen auf Sylt – den Triathleten wurde viel abverlangt.

Titelsponsor Red Bull sagt Veranstaltung für nächstes Jahr ab / Sylter und Föhrer Inselmarketing hoffen auf Neuauflage für 2019

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06. Dezember 2017, 05:42 Uhr

Herber Verlust für den Tourismus der drei Inseln Sylt, Föhr und Amrum: Titelsponsor Red Bull hat den Tri Islands Triathlon für nächstes Jahr abgesagt, das Inselhopping der extremen Art wird es 2018 nicht geben. Eine Begründung lieferte der österreichische Brausehersteller nicht. Aber bei der dritten Auflage am 9. September 2017 blieb die Teilnehmerzahl hinter den Erwartungen zurück.

„Wir planen für das kommende Jahr 2018 kein Red Bull Tri Islands“, bestätigte Lisa Kapuscinski, Sprecherin der Sport- und Event-Abteilung von Red Bull mit Sitz in München. „Wir hoffen auf Verständnis und sind dankbar für drei erfolgreiche Jahre mit unglaublichen Teilnehmern vor einmaliger Kulisse.“ Was für die Entscheidung ausschlaggebend war, verriet Lisa Kapuscinski nicht. Allerdings schließt sie nicht aus, dass es 2019 wieder einen Wettbewerb zwischen Föhr, Amrum und Sylt geben könnte: „Wir geben allen ehemaligen Teilnehmern Bescheid, sobald ein neuer Plan steht.“

Gerüchten zufolge war der Veranstalter nicht zufrieden mit den Teilnehmerzahlen, aber auch von hohen Kosten ist die Rede. Bei der Premiere am 16. August 2015 waren es 338 Triathleten, die drei Kilometer von Amrum nach Föhr schwammen, auf Föhr 40 Kilometer radfuhren und im Sylter Süden zehn Kilometer liefen. Den größten Ansturm von 506 Teilnehmern gab es am 23. Juli 2016. In diesem Jahr, am 9. September, traten rund 300 Sportler an und kämpften gegen die Konkurrenz, die Tide, den Knockout-Modus und den knöcheltiefen Sand.

Eine Absage, die die Tourismusprofis schwer getroffen hat. „Dass dieser einzigartige, die drei nordfriesischen Inseln verbindende Triathlon nicht nochmals aufgelegt wird, bedaure ich sehr“, sagt Moritz Luft von der Sylt Marketing Gesellschaft SMG. Dieser Sportwettkampf habe gut zu unserer Region gepasst, die Inseln hätten hervorragend inhaltlich eingebunden und werblich herausgestellt werden können. „Schließlich wurde der Triathlon von Red Bull in umfangreichem Maße beworben, und ich denke, dass auch die Nachfrage recht hoch war.“

„Wir hoffen sehr, dass der Wettkampf 2019 wieder stattfindet“, erklärte Levke Sönksen, die bei der Föhr Tourismus Gesellschaft FTG für das Marketing zuständig ist. Der Tri Islands Triathlon sei ein gutes Event mit großer Bedeutung für den Tourismus gewesen – und eine einmalige Verbindung der drei Nordseeinseln. Auch wenn es jedes Jahr nicht einfach gewesen sei, die Genehmigungen für die Großveranstaltung einzuholen, habe es trotzdem geklappt, „alle Beteiligten waren sehr begeistert.“

An der Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde sei die Veranstaltung jedenfalls nicht gescheitert, sagt auch Kreispressesprecher Hans-Martin Slopianka. „Alles verlief in bestem Einvernehmen.“

Enttäuscht ist auch Leif Schröder-Groeneveld, der Gewinner des letzten Triathlons am 9. September. Der Triathlet war für das Wittenseer Aktiv-Team am Start und absolvierte die drei Etappen in 2:58:39 Stunden. „Dieses Rennformat ist für uns Athleten etwas Neues und ein ganz besonderes Erlebnis, das in Deutschland einmalig ist.“ Er habe zwar nur einmal teilgenommen, aber „die Organisation war top“, viele Athleten wollten auch gerne wieder teilnehmen. „Sogar diejenigen, die das letzte Boot verpasst haben, wollten ihre offene Rechnung noch begleichen und freuten sich auf einen neuen Versuch im kommenden Jahr.“ Allerdings vermutet Leif Schröder-Groeneveld, dass einige potenzielle Sponsoren nicht mit der Zuschauerzahl zufrieden gewesen sein könnten. Durch den späten Zeitpunkt und die Locations, zum Beispiel Hörnum statt Westerland, seien weniger Zuschauer gekommen. „Aus Sportlersicht aber war dieses Event einfach der Hammer und ich hoffe, dass es im übernächsten Jahr wieder losgeht.“

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