Sylt-Bibliothek : Kein Geld für die Sylt-Bibliothek

Enttäuschung bei Bibliotheksleiter Jan-Christian Sangkuhl: Eine Renovierung der Räume ist erstmal nicht möglich
Enttäuschung bei Bibliotheksleiter Jan-Christian Sangkuhl: Eine Renovierung der Räume ist erstmal nicht möglich

Fraktionen von SWG, SPD, SSW und Grünen drücken in letzter Haushaltsrunde einen Sperrvermerk durch.

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16. Dezember 2014, 05:54 Uhr

Nun also doch: Eine Renovierung der Sylt Bibliothek wird es zumindest im ersten Halbjahr 2015 nicht geben. Eigentlich hätte es eine Formsache sein sollen, dass die geplanten 211  000 Euro dafür bei der Verabschiedung des Haushaltsplans 2015 durch die Gemeindevertreter durchgewunken werden. Im Vorfeld hatten der Kulturausschuss und, zwar nach längerem Hin und Her sowie einem denkbar knappen Abstimmungsergebnis, auch der Finanzausschuss dafür votiert, dass aus Rücklagemitteln des Henner Krogh-Nachlasses neue Regale und Bodenbeläge, ein modernes LED-Beleuchtungssystem sowie Malerarbeiten finanziert werden.

Die CDU-Fraktion, vor allem aber Bibliotheksleiter Jan-Christian Sangkuhl als Zuschauer, waren zu Beginn der Sitzung am vergangenen Donnerstag völlig sicher, dass alles in trockenen Tüchern ist: Die finanziellen Hürden schienen genommen und auch der Streit vom Tisch, ob die Bibliothek im derzeitigen Gebäude bleiben kann oder doch in die Räumlichkeiten der Spielbank umziehen muss.

Doch dann zogen zum Ende einer unspektakulären, ja fast harmonisch verlaufen Sitzung SWG-, SPD-, SSW- und Fraktion als Tischvorlage einen gemeinsamen Änderungsantrag aus der Tasche, in dem gefordert wurde, die Haushaltsposition Sylt Bibliothek doch mit einem Sperrvermerk bis 30. Juni zu versehen. Als Begründung trug Gerd Nielsen (SPD) vor, die beantragenden Fraktionen möchten vor ihrer Zustimmung die avisierte Planung für die Rathauszentralisierung abwarten.

Die Empörung aus den Reihen der CDU-Fraktion war groß, es entstand eine hitzige Debatte über Form und Stil eines ehrlichen, achtungsvollen Umgangs miteinander. „Verschärfend“ kam hinzu, dass die vier Fraktionen außer dem Sperrvermerk Bibliothek auch beantragten, die Erneuerung einer Heizungsanlage für die Inselverwaltung am Bahnweg aus dem Haushalt zu streichen. Das Gebäude auf dem ehemaligen STOV-Gelände wäre ohnehin zum Abriss vorgesehen, außerdem seien alle Immobilien mit Bausubstanz an KLM zu übertragen und deshalb nicht mehr im Gemeindehaushalt zu führen. Die Antragsteller betonten, es ginge ihnen in erster Linie darum, Geld zu sparen und möglichen Empfehlungen des Arbeitskreises Verwaltungszusammenlegung zum Gesamtkomplex Rathaus, Kasino und Bibliothek nicht vorzugreifen. Nach zahlreichen Wortmeldungen dann die Abstimmung: Beide Anträge waren mit jeweils 16 Ja-, 15 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung erfolgreich.

Bibliotheksleiter Sangkuhl verließ nach dem Mehrheitsvotum kopfschüttelnd den Saal. Auf Nachfrage der Sylter Rundschau äußerte er sich enttäuscht: „Das ist im Interesse der Bibliothek und ihrer Nutzer sehr schade. Aber so ist halt Politik und das haben wir zu akzeptieren.“ Nun bleibe abzuwarten, ob bis 30. Juni 2015, dem Ende des Sperrvermerks, in den Gemeindegremien tatsächlich neue Beschlüsse gefasst würden.

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