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Abrissverfügung für Haus in Hörnum : Kein Einzelfall: „Noch mehr Wahnsinn von Sylt“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Entrüstung und Fassungslosigkeit: Dass das prominente Backsteinhaus direkt am Hörnumer Ortseingang abgerissen werden soll, erzürnt die Menschen auf Sylt. Im Internet lassen sie ihrer Wut freien Lauf. Seit 1998 wurden zwölf Komplett-Abrisse auf der Insel durchgesetzt.

Hörnum | Weil es für das Gebäude aus den 30er Jahren nie eine Baugenehmigung gab, hat der Kreis Nordfriesland für das prominente Haus am Hörnumer Ortseingang eine Abrissverfügung ausgestellt. Das berichtete die Sylter Rundschau in ihrer Ausgabe vom Donnerstag – und löste damit auf der Insel einen Sturm der Entrüstung aus. „Hab grad auf den Kalender geschaut. Dachte, das wäre ein Aprilscherz. Aber nein, noch mehr realer Wahnsinn von Sylt“, schrieb ein Leser im Internet.

Vor allem erboste die Kommentatoren, dass durch den Abriss des Hauses Dauerwohnraum auf der Insel verloren geht: „Es hat ja kein Privatmann illegal errichtet! Der Bund hat es an die erste private Eigentümerin verkauft. Das grenzt doch an Betrug und Täuschung! Und das im Prinzip vom eigenen Land“, so eine Leserin. Ein anderer Facebook-Nutzer schreibt: „Frechheit. Selbst der Eigentümer will Wohnraum für Insulaner erhalten und wird dabei vom Land ausgebremst.“ Bei manchen führt die Geschichte zu radikaleren Ideen: „Da wäre nun wirklich mal wieder eine Hausbesetzung“ oder „Ich komme nach Sylt und stelle mich mit davor, wenn die Bagger kommen, versprochen!“

Ein Einzelfall ist diese Abrissverfügung auf der Insel übrigens nicht: Seit 1998 wurden zwölf sogenannte totale Rückbauten (also Komplett-Abrisse) auf der Insel durchgesetzt. Bei mehreren Gebäuden habe es sich um ehemalige Bauten der Wehrmacht gehandelt, so Burkhard Jansen vom Bauamt des Kreises. Deutlich häufiger schreite die Bauaufsicht auf der Insel mit Beseitigungsverfügungen ein – wenn beispielsweise Schuppen illegal gebaut werden. Seit 1998 war dies 170 mal der Fall.

„Die Bauaufsicht ist inselweit deutlich aktiver, als im restlichen Kreis Nordfriesland“, sagt Jansen. Das liege daran, dass Bauvorhaben auf Sylt deutlich häufiger angezeigt würden als in anderen Orten, so Jansen.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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