Sylter Inselverkehr : Kein Durchschlängeln für Autos

Trotz der Verengung fahren Autos über den Weg an der Schlangenfarm.
Trotz der Verengung fahren Autos über den Weg an der Schlangenfarm.

Autofahrer missachten die Verkehrsregeln und nutzen den Schlangenfarmweg als Abkürzung zwischen Tinnum und Keitum.

Avatar_shz von
13. November 2019, 18:03 Uhr

Keitum | Eine entspannte Radtour mit den Kindern von Tinnum nach Keitum – für viele Sylter und Gäste ein beliebter Zeitvertreib. Bei gutem Wetter ist der Schlangenfarmweg, parallel zur Bäderstraße durch die Wiesen verlaufend, meist gut von Fahrradfahrern und Fußgängern besucht: Doch nicht nur die Radfahrer und Passanten nutzen den frisch geteerten Weg, um von einem Ortsteil in den anderen zu gelangen.

„Leider ist es in der Vergangenheit trotz Beschilderung als Fußweg mit zugelassenem Radverkehr, landwirtschaftlichem Verkehr und Reitern vermehrt dazu gekommen, dass Autofahrer die Verkehrsregeln missachten und den Schlangenfarmweg als Abkürzung genutzt haben“, berichtet Bürgermeister Nikolas Häckel. Um den Weg noch deutlicher für Pkw zu sperren, beauftragte die Gemeinde vor längerer Zeit den Bau einer 7500 Euro teuren Verengung, die den Weg für Pkw zu schmal machen sollte, doch die Maßnahme blieb ohne Erfolg. Sture Autofahrer zwingen auch weiterhin ihre Wagen durch den schmalen Durchlass: Deutlich ist der schwarze Gummiabrieb auf den weißen Steinen zu erkennen.

Landwirte hingegen, die den Weg eigentlich nutzen durften, müssen seit der Errichtung der Straßenverengung einen Umweg zu ihren Feldern fahren: „Die Leute halten sich nicht an die Verkehrsregeln, und die Landwirte müssen darunter leiden“, ärgert sich Häckel.

Eine preiswertere Alternative wäre sicherlich ein umlegbarer Pfosten oder eine Schranke gewesen, gab der Bürgermeister zu. „An anderen Stellen haben wir mit dieser Lösung aber negative Erfahrungen gemacht.“ Schranken oder Pfosten seien nicht ordnungsgemäß wieder verschlossen oder die Schlüssel weitergegeben worden.

Um nun endgültig den Schlangenfarmweg für Autofahrer zu versperren, soll die bereits gebaute Verengung erweitert werden: „Es ist äußerst ärgerlich für den Steuerzahler, dass das ganze nun ein zweites Mal verengt werden muss, aber wenn sich die Leute rechtswidrig verhalten und dort trotzdem durchfahren, dann muss eben härter durchgegriffen werden“, so Häckel.

Ein verständliches Ärgernis, denn die erneuten Arbeiten schlagen mit weiteren 2500 Euro zu Buche. Gesperrt werden muss der Schlangenfarmweg für Radfahrer und Fußgänger während der Arbeiten allerdings nicht: „Wann die Maßnahmen genau stattfinden, kann ich nicht genau sagen, da Fachfirmen für derlei Arbeiten schwierig zu bekommen sind. Der Auftrag ist jedoch bereits vergeben und soll durch die Firma noch in diesem Monat umgesetzt werden.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen