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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 14:13 Uhr

Keitum : Kein Bau auf der Christiansen-Wiese

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Land und Kreis lehnen Keitumer Wohnbauprojekte ab / Bauausschuss empfiehlt Rückabwicklung des Kaufvertrages

von
erstellt am 14.Jun.2017 | 04:55 Uhr

Paukenschlag im Bauausschuss: Kreis und Land lehnen die Bebauung der Christiansen-Wiese in Keitum ab. In direkter Nachbarschaft zum Severin’s Resort sollten zehn Doppelhaushälften und bis zu 40 Gemeindewohnungen entstehen. Doch in Husum und Kiel stößt der jahrealte Deal zwischen der Gemeinde Sylt-Ost und dem Eigentümer Dirk Christiansen auf Ablehnung.

Das 20  000 Quadratmeter große Grundstück liegt im Außenbereich der Gemeinde, jenseits der Hauptwohngebietsgrenze. Eine Bebauung wäre nur in Ausnahmefällen durch die Gemeinde zulässig. Das Severin’s Resort nebenan konnte nur entstehen, weil dort zuvor ein Jugendheim stand und der Bereich als Sondergebiet für die Jugenderholung ausgewiesen war.

Um trotzdem eine Bebauung durchsetzen zu können, hatten sich die damalige Gemeinde Sylt-Ost und Grundstückseigentümer Dirk Christiansen auf einen Deal verständigt: Die Gemeinde kauft die nördliche Hälfte der Fläche zu einem günstigen Preis und kann dort nach dem Motto „Wohnen für Sylter“ bis zu 40 Mietwohnungen errichten. Dirk Christiansen sollte auf der verbleibenden südlichen Hälfte fünf Doppelhäuser bauen dürfen. Der Kaufvertrag ist in trockenen Tüchern, stand aber immer unter dem Vorbehalt der behördlichen Baugenehmigung. Ein Koppelgeschäft, das in der letzten Sitzung des Ortsbeirates Keitum nochmal mit knapper Mehrheit bestätigt wurde. Die Kaufsumme ist längst bezahlt,

Doch nun stellen sich Land und Kreis quer, wie Bauausschuss-Vorsitzender Bernd Christensen gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. Dabei begründeten die Behörden ihre Ablehnung mit dem zwischenzeitlich vereinbarten Wohnraumentwicklungskonzept der Insel Sylt. Ein Papier, das für Bauten im Außenbereich keine Notwendigkeit erkennt, weil genug Flächen im Innenbereich verfügbar sind.

Daraufhin hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Montag einstimmig die Rückabwicklung des Grundstücks-Kaufvertrages mit Dirk Christiansen empfohlen. Die Entscheidung darüber muss aber noch die Gemeindevertretung in ihrer Juli-Sitzung fällen.

Damit bleibt die Christiansen-Wiese vermutlich das, was sie immer war – eine grüne Wiese. Wiederholt war in den Gremien vermutet worden, dass Dirk Christiansen eine Bebauung seiner Grundstückshälfte mit Unterstützung des Bremer Investors Kurt Zech in Angriff nehmen würde. Die Wiese hinter dem Friesensaal, hieß es, sei von Christiansen an Zech verpachtet worden.

Bürgermeister Nikolas Häckel lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang gestern ab: „Es handelt sich um eine nichtöffentliche Grundstücksangelegenheit.“

Dagegen bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Nielsen das Votum des Bauausschusses für die Rückabwicklung als „eine gute Entscheidung. Wir haben dieses Kopplungsgeschäft immer sehr kritisch gesehen.“ Wohnraum für Sylter finde zwar die uneingeschränkte Unterstützung der SPD-Fraktion, aber nicht zu diesen Bedingungen.

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