zur Navigation springen

Extremschwimmer vor Sylter Küste : „Kaum Wellen und Rückenwind von Süd, dann schaffe ich es“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Martin Tschepe will am heutigen Mittwoch die gesamte Westküste entlang von Hörnum nach List schwimmen. Proviant und Handy hat der Extremsportler im Wasserrucksack immer dabei.

von
erstellt am 06.Aug.2014 | 05:20 Uhr

Wenn das Wetter mitspielt, wird Martin Tschepe (Foto) heute Vormittag am Hörnumer Oststrand ins Wasser springen, um die Südspitze herum und dann immer gen Norden schwimmen, die gesamte Westküste der Insel entlang, bis hoch nach List. Der Lokalredakteur der Stuttgarter Nachrichten ist Extremsportler, hat bereits an vielen Wettbewerben teilgenommen und sucht immer neue Herausforderungen – diesmal in seiner zweiten Heimat auf der Insel Sylt.

Wie kamen Sie auf die Idee, einmal die Insel Sylt quasi „abzuschwimmen“?

Ich schwimme bereits seit der Schulzeit, 1974 zum ersten Mal bei einem Wettbewerb. Und seit 15 Jahren mache ich auch bei Freiwasserkämpfen mit, habe in meiner Altersklasse sogar schon mal die Ironman-Distanz von 3,8 Kilometern gewonnen. Ich komme seit meiner Kindheit nach Sylt, meine Eltern betrieben bis vor einigen Jahren in der Sommersaison das Fotoatelier Tschepe im Hörnumer Strandweg. Tja, weil ich also quasi Teil-Sylter und dann noch leidenschaftlicher Schwimmer bin, war es schon immer mein Traum, hier einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen.

Wie lang ist die Strecke, wann werden Sie in List ankommen?

Na, das sind schon gut 30 Kilometer. Ich schätze, dafür werde ich wenigsten acht, eher zehn Stunden brauchen. Aber wie lange ich unterwegs sein werde und ob ich wirklich hoch bis nach List komme, hängt natürlich wesentlich vom Wetter sowie vom Seegang ab. Gar keine oder kaum Wellen und Rückenwind von Süd, Südost wären ideal, dann schaffe ich zirka vier Kilometer in der Stunde.

Sind Sie überhaupt schon mal eine so lange Strecke geschwommen?

Ehrlich gesagt, nein. Das Weiteste bisher waren 15 Kilometer. Und mein längster Wettkampf war das Internationale Nordseeschwimmen von der Insel Langeoog bis zum Hafen Bensersiel. Mein Sylt-Projekt wird also echt spannend ...

Haben Sie sich speziell vorbereitet für die Westküstentour?

Eigentlich nicht, ich bin ja im Dauertraining. Zuhause in Ludwigsburg gehe ich regelmäßig zum Neckarschwimmen: zwei Kilometer, erst gegen die Strömung und dann wieder zurück. Wie immer schwimme ich im Neoprenanzug, das verbessert den Auftrieb. Da kann ich auch bei Krämpfen, die unterwegs sicher kommen werden, nicht untergehen. Außerdem werde ich nur zirka 20 Meter vom Ufer entfernt schwimmen, damit ich im Fall der Fälle schnell an Land komme. Und ich habe immer das Handy am Mann, um meinen Bruder oder Vater anzurufen, falls Hilfe erforderlich ist.

Zehn Stunden nur im Wasser, immer schwimmend, kriegen Sie da nicht irgendwann Hunger?

Na klar. Deshalb habe ich bei all meinen Touren immer einen wasserfesten Rucksack dabei. Da sind Proviant und Getränke drin, auch mein Handy und Geld. Denn ich werde auf jeden Fall einmal das Wasser verlassen, irgendwo Station machen und in ein Strandlokal gehen: vielleicht schon in der Sansibar, spätestens aber in Westerland.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen