Neujahrsempfang in Hörnum : Kaum einer hat es gehört: Er tritt wieder an

Bürgermeister Rolf Speth sieht seinen Ort auf einem positiven Weg. Im Mai kandidiert er wieder für das Amt des Gemeindeoberhaupts – im Hintergrund Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt.
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Bürgermeister Rolf Speth sieht seinen Ort auf einem positiven Weg. Im Mai kandidiert er wieder für das Amt des Gemeindeoberhaupts – im Hintergrund Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt.

Rolf Speth gibt beim Neujahrsempfang im Hapimag seine erneute Kandidatur für das Bürgermeisteramt bekannt.

shz.de von
06. Januar 2018, 05:30 Uhr

Die eigentliche Nachricht des Abends ging am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde Hörnum fast unter. Während sich die Ansprache von Rolf Speth dem Ende zuneigte und die Schlange am Büfett sichtbar anwuchs, schloss der Hörnumer Bürgermeister seine Rede mit den Worten: „Wir haben in diesem Jahr Kommunalwahl. Die Allgemeine Wählergemeinschaft (AWGH) hat sich zusammengesetzt – und wir werden wieder antreten und gucken, was dabei herauskommt.“

Auf Nachfrage der Sylter Rundschau wird Rolf Speth deutlicher: Ja, er werde erneut für das Amt des Bürgermeisters in Hörnum kandidieren, das habe er bereits mit seiner Frau und den Kollegen der AWGH so abgestimmt.

Sollte der 71-jährige im Mai erneut zum Hörnumer Bürgermeister gewählt werden, wäre das seine vierte Legislaturperiode im Inselsüden. Vieles liegt hier aufgrund der innerparteilichen Uneinigkeiten zwischen CDU und AWGH im Argen. Der Verkauf des Hafens durch die BiMa und die Neubesetzung der Stelle der Betriebsleitung des Tourismus-Service sind nur zwei der zahlreichen Punkte, die auf der Gemeinde- und Tourismusagenda für das Jahr 2018 stehen.

Bürgermeister Speth hält die Gesamtsituation des Ortes dennoch für positiv. Würden im Haushalt auch Positionen wie Werte und Vermögen ausgewiesen, zählte Hörnum seiner Einschätzung nach zu einer der reichsten Gemeinden Schleswig-Holsteins. Auch weitere Herausforderungen aus 2017 seien seiner Ansicht nach mittlerweile zufriedenstellend gelöst: Die Altpächter des Crêpestandes am Hafen seien abgefunden worden, die neuen Betreiber hätten bereits den Betrieb übernommen. Damit ende ein Streit, „der lieber mit Halbwahrheiten als sachlichen Argumenten“ geführt worden sei und das Einschalten eines Anwalts notwendig gemacht habe. Die Kosten hierfür blieben teilweise an der Gemeinde hängen, obwohl diese sich ordnungsgemäß verhalten habe, so Speth.

Das Bauprojekt An der Heide habe 23 Familien neuen Wohnraum beschert, der aufgrund des Verkaufes der 100 bundeseigenen Mietwohnungen in Hörnum dringend benötigt werde. Zum häufigen Wechsel der Betriebsleitung des Tourismus-Service Hörnum innerhalb der letzten Jahre sagte Speth, dass er sich natürlich auch mehr Kontinuität gewünscht hätte. Bessere Jobangebote, teure Telefonate auf Kosten des Tourismus Services oder mangelnde Zufriedenheit in der Zusammenarbeit zwischen Betriebsleitung und Bürgermeister seien aber unausweichliche Gründe für den häufigen Personalwechsel gewesen.

Mit Blick auf das Urteil des Arbeitsgerichtes zur Kündigung der bisherigen Betriebsleiterin Finja Fröhlich stünde laut Speth einer Neubesetzung der Stelle, die bereits öffentlich ausgeschrieben wurde, nichts mehr im Wege.

Gute Nachrichten konnte der Bürgermeister mit Blick auf den Kindergarten Hörnum verkünden. Die notwendige Erweiterung aufgrund steigender Anmeldezahlen würde innerhalb des ersten Halbjahres 2018 erfolgen können. Inwieweit die geschätzten Kosten von 700 000 Euro durch Zuschüsse finanziert würden, stünde noch nicht fest. „ Der Bund befiehlt, die Gemeinden müssen folgen“, konstatierte Hörnums Bürgermeister in Hinblick auf die staatlich garantierten Kindergartenplätze, die von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden müssen.

Auch die aktuellen Inselereignisse rund um die Beendigung des Pachtvertrages des Strandrestaurants „Wonnemeyer“ in Wenninigstedt und den damit verbundenen Angriffen auf die Wenningstedter Politik und den Tourismus-Service ließ der 71-jährige Kommunalpolitiker nicht unkommentiert. „Was in der Zeitung steht, kommt mir bekannt vor. Doch ich kann Ihnen bestätigen, dass wir nicht versuchen, den Leuten das Leben schwer zu machen, sondern uns an gewisse Vertragsinhalte und Gesetzesvorgaben zu halten haben.“

Doch ob viele der rund zweihundert Gäste im Hapimag Hörnum da dem Bürgermeister noch aufmerksam zuhörten, ist zweifelhaft. Zu groß war die Freude über das Büfett und auch das Wiedersehen untereinander. Und dann hört eben kaum noch einer zu.

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