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Interview zum Jahresabschluss : Katrin Fifeik: Viele gute Projekte und unnötiger Ärger

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Jahresabschluss-Interview spricht Katrin Fifeik, Bürgermeisterin von Wenningstedt-Braderup, über Wohnungen für Sylter, Kultur für alle und Wünsche für sich selbst.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 19:16 Uhr

Während sich das Inseljahr langsam dem Ende zuneigt, hat sich die Sylter Rundschau mit den fünf Inselbürgermeistern unterhalten, welche Themen sie und ihre Gemeinden 2015 bewegt haben. Heute lesen Sie unser Interview mit Katrin Fifeik, der Bürgermeisterin von Wenningstedt-Braderup.

Worauf sind Sie 2015 besonders stolz?

Es hat sich viel getan, gerade zum Ende des Jahres. Stolz bin ich vor allem auf unser Wohnungsbauprojekt Osterweg. Der Teilnehmerwettbewerb ist jetzt abgeschlossen. Der nächste Schritt wird die konkrete Leistungsbeschreibung des Projekts sein. Wir werden das mit den Bietern besprechen und dann zu Mitte des Jahres 2016 den Auftrag vergeben. Ebenso stolz bin ich darauf, dass der Bauernhof-Kindergarten ein neues Stallgebäude für Tiere erhält, das zu 100 Prozent aus Spenden finanziert wird. Dafür ist das Spendenkonto jetzt aber absolut leer und wir könnten Geld für neue Projekte gebrauchen.

Wie viele Insulaner werden am Osterweg wohnen können?

Von den über 300 Bewerbern können später 57 mit ihren Familien einziehen. Es sollen dort 47 Drei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen geschaffen werden. In den zehn Doppelhaushälften entstehen jeweils fünf Zimmer. Übrigens wird auch unser ehemaliges Amtsgebäude künftig für Wohnzwecke umgebaut und dann an Mitarbeiter vermietet.

Das neue Haus am Kliff hat ja 2015 seine erste Saison hinter sich ...

... und es ist sehr gut angelaufen, besonders der Kursaal³ wurde gleichwohl von Gästen und Einwohnern sensationell angenommen. Die Konzerte gewinnen durch die gute Akustik im Saal und unterschiedliche Lichteffekte sorgen bei jeder Veranstaltung für das passende festliches Ambiente.

Welche Bauprojekte stehen denn für 2016 an?

Halt, halt, zwei Projekte sind ja noch in diesem Jahr fast fertig: ein Teil der weiteren Gestaltung unserer Promenade und der Bau der neuen Strandtreppe. 2016 soll dann am Standort der ehemaligen Kartoffelkiste eine Multifunktionsfläche entstehen und die Promenade in Richtung Süden vervollständigen. Wir haben bewusst nichts Festes geplant: Im Sommer kann dort Sport und Spiel stattfinden, im Winter zum Beispiel eine Eisbahn und ein Weihnachtsmarkt aufgebaut werden.

Die Korruptionsvorwürfe gegen Hörnums Bürgermeister Rolf Speth haben zu heftigen Reaktionen überall auf der Insel geführt. Wie stehen Sie dazu?

Ich finde, so geht man nicht mit einem Ehrenamtler um. Das ist unterhalb der Gürtellinie, ein völlig ungerechtfertigter Angriff. Meines Erachtens hat das nur zum Ziel, jemanden zu demontieren, der Hörnum in den vergangenen Jahren entscheidend vorangebracht hat.

Rolf Speth ist ja auch Amtsvorsteher der der amtsangehörigen Gemeinden Hörnum, Kampen, List und Wenningstedt-Braderup. Wie läuft dort die Zusammenarbeit?

Untereinander läuft das alles sehr gut und vertrauensvoll – zum Beispiel in der Sache Erhalt des Lister Schwimmbads. Auch im Schulverband Norddörfer haben wir eine hervorragende Zusammenarbeit. Und wir haben an der Norddörfer Schule sehr gute Lehrer, die sich liebevoll und mit fundiertem Wissen um die Schüler kümmern.

Gehakt hat es jedoch in der Zusammenarbeit mit Nikolas Häckel, dem Bürgermeister der Gemeinde Sylt. Im Streit um das Ratsinfosystem More Rubin warfen Sie ihm Einmischung in Wenningstedter Angelegenheiten vor ...

Ach, das ist Schnee von gestern. Die Angelegenheit haben wir ja klären können. Allerdings bereitet uns das Computerprogramm More Rubin in der Praxis nach wie vor große Probleme – und ich frage: Wann kommt da endlich eine neue Software? Was mich aber wirklich ärgert, ist das Verhalten der Gemeinde Sylt in Sachen Flüchtlingsunterbringung. Wir im Amtsausschuss hatten uns ja für eine mobile Lösung ausgesprochen. Und ich hatte ganz konkrete Vorschläge gemacht. Aber monatelang kam nicht mal eine Antwort, nicht zu fassen.

Was bereuen Sie im zu Ende gehenden Jahr 2015?

„Bereuen“ würde ich es nicht so gerne nennen. „Bedauern“ finde ich passender. Persönlich bedauere ich, dass ich die Vorzüge, die Annehmlichkeiten der Insel im Sommer nicht nutzen konnte. Dafür war einfach nie Zeit. Und auch zum Milon-Fitness-Zirkel nach Keitum habe ich es so gut wie nie geschafft.

Welche besonderen Wünsche haben Sie für das neuen Jahr 2016?

Endlich einmal das zu schaffen, was mir dieses Jahr nicht gelungen ist: Die Natur der Insel zu genießen – und öfter zu Veranstaltungen in den Kursaal³ gehen zu können.

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